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Gefährliche Chemikalie: So gesundheitsschädlich ist Zuchtlachs

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LACHS
Zuchtlachs aus dem Supermarkt hält gesundheitsgefährdende Stoffe | thinkstock
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  • Zuchtlachs aus dem Supermarkt enthält gesundheitsschädliche Stoffe
  • Das geht aus einer Laboruntersuchung des NDR-Magazins "Markt" hervor
  • Wer gefährliche Zusatzstoffe vermeiden will, sollte auf Wildlachs umsteigen

Lachs ist von vielen deutschen Frühstückstischen kaum mehr wegzudenken. Doch der in Supermärkten und Discountern angebotene Zuchtlachs enthält hohe Mengen eines Stoffes, der als gesundheitlich bedenklich gilt.

Das berichtet das NDR-Magazin "Markt". In einer Laboruntersuchung im Auftrag des Senders sei der Stoff namens Ethoxyquinin in allen acht stichprobenartig gekauften Produkten nachgewiesen worden.

Die umstrittene Substanz macht Futtermittel haltbar und gelangt dem Bericht zufolge offenbar auf diesem Weg in die Fische. Die Chemikalie wurde viele Jahre auch als Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Sie ist jedoch in der EU für diesen Zweck seit 2011 verboten. Es gibt massive Zweifel an der Unbedenklichkeit von Ethoxyquin.

Getestet wurden tiefgefrorener und geräucherter Lachs von Aldi und Rewe sowie mehrere bei Real und Edeka gekaufte Produkte.

Ethoxyquin kann DNA-Schäden verursachen

Die Untersuchungsergebnisse für alle Proben liegen dem Bericht zufolge alle über der für Ethoxyquin festgelegten allgemeinen Höchstmenge für Fleischwaren. Für Fisch allerdings existieren europaweit keine vorgeschriebenen Höchstgehalte. Somit hat keiner der Hersteller oder Händler gegen ein Gesetz verstoßen.

"Man hat Hinweise, dass Ethoxyquin in Tierversuchen DNA-Schäden verursachen kann", erläutert der Toxikologe Edmund Maser von der Kieler Christian-Albrechts-Universität in dem Magazin-Beitrag. Der Professor verweist außerdem auf Studien, die eine Veränderung des Leberstoffwechsels durch Ethoxyquin dokumentierten.

Dreifach erhöhte Schadstoff-Werte

Generell gilt Maser zufolge: "Wir sind als Mensch einer Unzahl von Chemikalien ausgesetzt, die wir zum Beispiel über Lebensmittel oder andere Aufnahmepfade in unseren Körper bringen. Und da müssen wir mit Additionseffekten rechnen." Sprich: Die Dosis macht das Gift.

Ein Lachsfilet mit Haut, das die Tester bei Real erwarben, habe eine dreimal so hohe Menge an Ethoxyquin enthalten wie bei Fleisch-Produkten zulässig, berichtet der NDR. Auch der Tiefkühl-Lachs bei Rewe habe ebenso wie mehrere andere bei anderen Händlern verkaufte Marken den Grenzwert für Fleisch um etwa das Doppelte überschritten.

Wer sicher gehen will, dass er kein Ethoxyquin zu sich nimmt, sollte sich für Wildlachs entscheiden. Wer zum Artenschutz Bio-Lachs aus Lachsfarmen kaufte, sollte genau auf das richtige Label achten.

Real will einlenken

Mit den Ergebnissen konfrontiert, verweisen die Hersteller, die am Sonntag für die Huffington Post nicht erreichbar waren, gegenüber dem NDR darauf, dass die Ergebnisse rein rechtlich nicht zu beanstanden seien.

Real verweist gegenüber dem NDR auf die Verkehrsfähigkeit der beiden dort gekauften Produkte. Das Unternehmen räumt allerdings ein, dass bei der letzten Untersuchung des Profish-Lachsfilets ein mit dem Ergebnis des NDR vergleichbarer Wert ermittelt worden sei. Real kündigte an, die Rückstandsgehalte der gelieferten Ware nach Möglichkeit zu reduzieren.

Edeka teilte dem NDR mit, dass rein rechtlich der Nachweis von Ethoxyquin im Fisch nicht zu beanstanden sei. Man verfolge jedoch losgelöst von der rechtlichen Situation das Ziel, den Gehalt von Ethoxyquin in Futtermitteln zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

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