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Aluschalen auf dem Grill belasten euer Fleisch

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GRILL
Grillgut in einer Aluminiumschale | Getty
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  • Wer Aluminiumschalen zum Grillen verwendet, setzt sich einer Gesundheitsgefahr aus
  • Mariniertes Fleisch löst das Metall aus den Schalen
  • Ein Test enthüllte vielfach erhöhte Aluminiumwerte

Auf deutschen Grills brutzelt auch in diesem Sommer wieder jede Menge Fleisch. Das heißt - nicht direkt: Viele Barbecue-Fans stellen ihr Fleisch, ihr Gemüse oder ihren Grillkäse in einer Aluminiumschale auf den Rost.

Die Logik dahinter: Mit den Schalen soll verhindert werden, dass Fett auf die Glut tropft, was krebserregende Dämpfe in das Fleisch steigen lassen kann. Eine beliebte Methode, die sinnvoll klingt.

Doch sie ist falsch. Und ein gefährlicher Fehler.

Marinade löst das gefährliche Metall

Denn die Schalen machen das Grillgut erst recht zur Gesundheitsgefahr, wie das ARD-Magazin "Plusminus" herausgefunden hat. Die Tester kauften fünf verschiedene Schalen aus Discountern und Supermärkten. Das Ergebnis war verheerend.

Denn gegrillt wurden, wie üblich, marinierte Leckereien, teils ab Fabrik in Sauce eingelegt, teils von Hand damit bestrichen. Darin aber liegt die Gefahr: In der Marinade stecken Säure und Salz. Diese Inhaltsstoffe lösen das Aluminium aus den Schalen. Bei dem Metall besteht der Verdacht, dass es Brustkrebs und Alzheimer auslösen könnte. Laut Studienlage ist der Beweis zwar nicht erbracht - doch wer will sich einen launigen Grillabend mit diesem Risiko im Hinterkopf vermiesen?

Grenzwerte deutlich überschritten

Die Europäische Lebensmittelbehörde empfiehlt einen Grenzwert von einem Milligramm pro Kilo Körpergewicht in der Woche. Wer 70 Kilo wiegt, sollte demnach nicht mehr als 10 Milligramm pro Tag zu sich nehmen. Im Grillgut, noch frisch aus der Packung, steckte beim Fernsehtest deutlich weniger - 3,4 Milligramm im Hähnchen, 4,5 Milligramm im Schnitzel.

Und nun die Werte nach dem Grillen in der Aluschale: 9,1 Milligramm im Hähnchen, 12,6 Milligramm im Schnitzel. Ein Grillkäse kam sogar auf 21 Milligramm - noch bevor die Kohle angefacht wurde! Insgesamt waren die Werte in 16 von 20 Proben erhöht.

Noch schlimmer: Warnhinweise sind auf den meisten Packungen nicht aufgedruckt. Wer nicht über die Gefahr aus der Schale Bescheid weiß, könnte sich einem ernsthaften Risiko aussetzen.

Der Huffington-Post-Tipp:

Gesundes Grillen ist wichtig. Das erreicht ihr mit einem einfachen Trick: Legt das Grillgut nicht in die Aluschale, sondern platziert die Kohle am Rand des Grills. Die Schale kommt in die Mitte, darüber, auf den Rost, das Fleisch. Oder ihr greift zu einer unbedenklichen Alternative: Schalen aus Keramik, Eisen oder Edelstahl.

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(lm)