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AfD-Chefin Petry hat eine wirre Theorie zu Özils Pilgerreise nach Mekka

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FRAUKE PETRY KRITISIERT MESUT ZIL
AfD-Chefin Frauke Petry kritisiert Fußball-Nationalspieler Mesut Özil für seine Pilgerreise nach Mekka | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • AfD-Chefin Petry kritisierte Mesut Özils Umgang mit dessen Pilgerreise nach Mekka
  • Sie spekuliert über politische Absichten des Fußball-Nationalspielers
  • Petry hält den Islam für "verfassungswidrig"

In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" hat AfD-Chefin Frauke Petry den muslimischen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil attackiert. Dabei hat sie vor allem dessen Umgang mit seiner "öffentlich zelebrierten Reise nach Mekka" kritisiert.

Es geht um ein Foto, das Özil im Mai bei Facebook und Instagram veröffentlicht hatte, das ihn auf seiner Pilgerreise zeigt:

🕋 #Mecca #HolyCity #SaudiArabia #Islam #Pray

Ein von Mesut Özil (@m10_official) gepostetes Foto am


Petry sei sich der Tatsache bewusst, dass die Pilgerreise nach Mekka zu den religiösen Pflichten eines Muslims gehöre. "Ob man sie aller Welt präsentieren muss, steht dahin", sagte Petry gegenüber der "Welt am Sonntag".

Petry spekuliert über politische Absichten von Özil

Im Interview spekuliert Petry über eine politische Absicht hinter dem öffentlichen Bekenntnis des Fußballers zum Islam: "Man könnte Özil fragen, ob er mit diesem Bekenntnis auch eine politische Aussage treffen wollte." Was genau sie mit dieser trüben Aussage meinte, bleibt jedoch unklar.

Schon zuvor hatte es aus den Reihen der AfD heftige Kritik an Özils Posting gegeben. So bezeichnete Mittelsachsens Kreisvorstand Andrea Kersten die Pilgerfahrt als "antipatriotisches Signal".

Petry: "Özil lebt nicht nach den Regeln der Scharia"

Gegenüber der "Welt am Sonntag" ging Frauke Petry auch auf das Privatleben des Nationalspielers ein. Sie vermute, dass er "nicht nach den Regeln der Scharia" lebe. "Die Frauen, mit denen er sich zeigt, tragen jedenfalls kein Kopftuch", wird die Politikerin zitiert.

Auch Özils Verhalten auf dem Fußballplatz kritisiert die AfD-Chefin: "Es ist schade, dass Mesut Özil als Identifikationsfigur für so viele Kinder und Jugendliche die Nationalhymne nicht mitsingt."

Petry: "Der Islam ist verfassungswidrig"

Im Interview mit dem Blatt bekräftigte Petry die Kritik ihrer Partei am Islam. Sie sehe in der "Grundgesetzwidrigkeit des Islam eine Tatsache". Diese ergebe sich aus der Heiligen Schrift der Muslime, dem Koran.

Somit hänge der Zentralrat der Muslime einer "nicht verfassungskonformen Ideologie" an. Es sei "nicht einfach, zwischen frommen Muslimen, Radikalen und Islamisten zu unterscheiden", wird Petry in der "Welt am Sonntag" zitiert.

AfD würde Vollverschleierung verbieten

Petry wurde gefragt, was die AfD tun würde, wenn sie an die Regierung käme. Die Antwort: Ihre Partei wolle "verhindern, dass muslimische Organisationen mit den christlichen Kirchen gleichgestellt werden".

Vollverschleierung, Minarette und Muezzinrufe würde die AfD verbieten. Petry sehe darin "Symbole eines islamischen Herrschaftsanspruchs".

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(ca)