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Nach Armenien-Resolution: Erdogan könnte Sanktionen gegen Deutschland beschließen

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ERDOGAN
Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses a rally marking the 563rd anniversary of the Ottoman conquest of Istanbul - formerly Constantinople - in Istanbul, Turkey, Sunday, May 29, 2016. Erdogan has criticized the United States, Russia and Iran for their presence in Syria and said their unwillingness to depose Syrian President Bashar Assad was contributing to Syrian peoples' massacre and pain.(AP Photo/Emrah Gurel) | Reuters
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  • Nach der Armenien-Resolution schließt der türkische Präsident Erdogan Sanktionen nicht aus
  • Woraus diese genau bestehen könnten, lässt er allerdings offen

Deutschland hat seine Botschaft in Richtung Ankara gesendet: Die Massaker an Armeniern im Ersten Weltkrieg 1915 waren Völkermord, begangen durch das Osmanische Reich, stellte der Bundestag in seiner Resolution am Donnerstag fest. Der Nachfolgestaat dieses Reichs, die Türkei, sandte daraufhin mehrere erboste Nachrichten zurück nach Berlin, wie die Abbestellung des türkischen Botschafters.

Bisher flogen allerdings nur verbale und diplomatische Giftpfeile. Nun spricht Staatspräsident Erdogan in einem Interview, das in mehreren türkischen Medien veröffentlicht wurde, erstmals von konkreten Konsequenzen: Sanktionen gegen die Bundesrepublik schließt er ausdrücklich nicht aus.

Aus Erdogan spricht die Frustration

Worin diese genau bestehen könnten, ob sie den Handel oder etwa die Einreisebestimmungen für Deutsche betreffen, wann sie beginnen könnten - das führt Erdogan nicht aus. Das Flüchtlingsabkommen und die Visa-Frage seien aber Angelegenheit der EU, lässt er wissen.

Ansonsten verbreitet der Präsident weitere Botschaften, aus der eine schwere Frustration spricht. Die Kanzlerin habe ihm versprochen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Annahme der Resolution zu verhindern, sagt er. "Nun frage ich mich: Wie werden deutsche Spitzenpolitiker, nach einer solchen Entscheidung, mir und unserem Premier persönlich gegenübertreten können?"

Hassbotschaft an die Deutschtürken?

Erdogan warnt, Deutschland könne einen "wichtigen Freund" verlieren und verweist ausdrücklich auf die Millionen türkischstämmigen Menschen in Deutschland. Will er sie zum Hass gegen ihre neue Heimat aufstacheln?

In Deutschland, auch in Teilen der Medien, gebe es Gruppen, die der Türkei offen feindlich gegenüber stünden, sagt Erdogan laut Bericht der Zeitung "Daily Sabah" zufolge. Diese Gruppen seien in Verschwörungen gegen das Land verwickelt. Der Plan für die Abstimmung müsse auch von einem "übergeordneten Kopf" gekommen sein.

Mit Material von dpa.

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