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EU-Austritt Großbritanniens - DGB warnt: Brexit gefährdet vier Millionen Jobs

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LONDON
EU-Austritt Großbritanniens - DGB warnt: Brexit gefährdet vier Millionen Jobs | dpa
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Ein Austritt Großbritanniens aus der EU hätte aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge.

"Wenn die Briten nicht mehr die elementaren Grundfreiheiten des Binnenmarktes genießen wie den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, sind vier Millionen Arbeitsplätze auf der Insel gefährdet", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Am 23. Juni entscheiden die Briten, ob sie in der EU bleiben wollen oder nicht

Arbeitsplatzrisiken gebe es aber auch in den anderen EU-Ländern, wenn sie nicht mehr zu den Bedingungen des Binnenmarktes nach Großbritannien exportieren könnten.

Im Falle eines Brexits rechnen manche Experten nicht nur mit Verwerfungen am Aktienmarkt, sondern auch mit massiven weltwirtschaftlichen Folgen. Die größte Befürchtung in Brüssel ist jedoch, dass der Brexit einen Dominoeffekt nach sich ziehen wird. Ob es dazu kommen würde, ist jedoch offen.

  • Was würde ein Brexit für die politische Lage in Europa bedeuten?

Tatsache ist: In vielen Ländern haben antieuropäische Strömungen zuletzt viel Zulauf bekommen. Die Bewegung der Nationalistin Marie Le Pen etwa in Frankreich, die AfD in Deutschland. In der europäischen Bevölkerung ist die Skepsis gegenüber Brüssel nach Umfragen groß.

Auch wenn es nicht gleich zu Austritten kommt: Die Forderungen vieler Länder an Brüssel könnten mit der Androhung von Austritten viel mehr Nachdruck erhalten. Eine Umfrage des Instituts Ipsos in neun großen EU-Ländern hat ergeben, dass die Ansteckungsgefahr eines Brexit allgemein als hoch angesehen wird.

  • Welche Konsequenzen könnte der Brexit noch haben?

Auch die nationale Sicherheit sehen die Brexit-Gegner in Gefahr. Polizei- und Geheimdienstinformationen könnten nicht mehr so leicht ausgetauscht werden wie bisher.

Dies könnte angesichts der starken Dienste in Großbritannien auch Informationsverluste für Europa - etwa im Kampf gegen den Terror - bedeuten.

Auch der Europäische Haftbefehl, der die Übergabe von mutmaßlichen Tätern regelt, die in ein anderes EU-Land geflohen sind, würde möglicherweise außer Kraft gesetzt.

  • Was ist für Großbritannien die Alternative zur EU?

Die Briten glauben, sie können sich künftig stärker an außereuropäische Länder binden. Die besondere Verbindung zu den USA spielt dabei eine Rolle, aber auch die Erinnerung an vergangene Großmacht-Zeiten als Kopf des British Empire.

Dessen Überbleibsel ist der Commonwealth of Nations, mit vielen kleinen, unbedeutenden Mitgliedern, aber auch aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie Indien. Gerade bei den Millionen von indischen Zuwanderern und ihren inzwischen britischen Nachfahren ist die Lust am EU-Ausstieg groß. «Der Brexit hat seine Wurzeln im britischen Empire», schreibt etwa der «New Statesman».

  • Wie stehen die Deutschen zu einem möglichen EU-Austritt Großbritanniens?

Die Deutschen sind einer Umfrage zufolge mit großer Mehrheit für den Verbleib Großbritanniens in der EU. Aus dem am Donnerstag veröffentlichten "Deutschlandtrend" der ARD geht hervor, dass 79 Prozent und damit mehr als drei Viertel der Befragten eine Europäische Union mit Großbritannien wünschen, lediglich 15 Prozent plädieren für den Austritt Londons.

39 Prozent der Befragten glauben, dass sich im Falle eines Austritts die wirtschaftliche Lage in der EU verschlechtert. 50 Prozent glauben, dass dies keinen Unterschied macht. 3 Prozent glauben, dass die EU ohne Großbritannien besser dasteht. Am 23. Juni stimmen die Briten in einem Referendum über ihre Zukunft innerhalb oder außerhalb der EU ab.

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