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Tschechiens Ex-Präsident Klaus: "Merkel will einen neuen europäischen Menschen schaffen"

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VACLAV KLAUS
Tschechiens Ex-Präsident Klaus: "Merkel will einen neuen europäischen Menschen schaffen" (Archivbild) | dpa
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Der tschechische Ex-Präsident Vaclav Klaus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert.

„Sie hat die Grenzen geöffnet, um einen neuen europäischen Menschen zu schaffen“, sagte Klaus auf einer Pressekonferenz in Berlin, auf der er gemeinsam mit dem Berliner Ex-Senator Thilo Sarrazin sein Buch „Völkerwanderung“ vorstellte.

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„Europäische Politiker wollen ein neues Europa schaffen. Dafür brauchen sie neue Leute. Die Migranten sind dafür perfekt geeignet. Sie haben keine Wurzeln in Deutschland oder Tschechien und sind damit die perfekten neuen Europäer“, sagte Klaus. Merkel glaube an den Multikulturalismus – und das sei ein großer Fehler.

Sarrazin: "Merkel ist kolossal gescheitert"

Sarrazin nannte die Kritik als „einen interessanten Gedanken“. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass Merkel wirklich glaube, dass sich aus der Mischung aus „Afrikanern und Deutschen ein neuer europäischer Mensch schaffen lässt.“ Merkel habe sich allerdings sicher gewünscht, Europa näher zusammenbringen – und sei damit kolossal gescheitert, erklärte Sarrazin.

Klaus war bis 2013 zehn Jahre lang Präsident Tschechiens. Für seine Thesen zur europäischen Flüchtlingspolitik wird er scharf kritisiert.

Zuletzt hatte er sich gegen eine Verteufelung der AfD ausgesprochen. Der Grad der Dämonisierung der Partei in der deutschen Politik sei absurd und falsch, aber bei vielen Menschen wirksam, sagte Klaus auf dem AfD-Bundesparteitag in Stuttgart.

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