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Islamischer Staat: Polizeigewerkschafter warnt vor einer Strategie, auf die wir reinfallen

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RAINER WENDT
Der Polizeigerkwerkschafter Rainer Wendt | ullstein bild via Getty Images
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  • Der Chef der Polizeigewerkschaft warnt davor, Flüchtlinge unter Terrorverdacht zu stellen
  • Genau dies wolle der IS erreichen

Nach dem Bekanntwerden der Anschlagspläne auf die Düsseldorfer Innenstadt fürchten viele, dass rechte Parteien Ängste vor Terrorismus ausnutzen, um gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warnt davor, Asylbewerber unter Generalverdacht zu stellen. Seiner Meinung nach verfolgt die Terrormiliz Islamischer Staat bewusst das Ziel, Flüchtlinge in Verruf zu bringen.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Sicherheitsbehörden einen geplanten Anschlag des IS in der Düsseldorfer Altstadt vereitelt haben. Drei Terrorverdächtige aus Syrien wurden am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen.

Wendt: IS schleust Attentäter bewusst als Asylbewerber ein

Ein vierter Mann sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft. Sie sollen den Anschlag im Auftrag der IS-Spitze geplant haben.

Nach dpa-Informationen hatte einer der Männer in Deutschland Asyl beantragt und wurde in Brandenburg in einer Asylunterkunft gefasst. Der Sender SWR berichtete, dass auch die beiden anderen Syrer in Flüchtlingsunterkünften lebten.

Nach Ansicht von Wendt schleust der IS seine Anhänger mit Absicht als Asylbewerber nach Europa ein.

Der Polizeigewerkschafter ist der Meinung, dass es die Strategie des IS sei, Flüchtlinge auf diese Weise zu diskreditieren und Ängste vor ihnen zu schüren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Dem muss man entschieden entgegentreten"

"Nötig wäre das nicht. Der IS hat viel Geld und könnte andere Wege nutzen."

Die Flucht so vieler syrischen Menschen nach Europa ist ein Problem für den IS.
Schließlich stellt er sich selbst als den einzigen Zufluchtsort für Muslime aus der ganzen Welt dar - aber die Muslime sehen das ganz anders.

Sie fliehen nach Europa, nicht nach Rakka. Das Kalifat ist nur eine Taxifahrt entfernt - trotzdem machen sich Hunderttausende Syrer und Iraker lieber auf die gefährliche und lange Reise nach Deutschland und Schweden.

Wendt ruft dazu auf, dieser Strategie des IS nicht auf dem Leim zu gehen und Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Er sagte, er könne auch die rechtspopulistische AfD nur davor warnen, den aktuellen Fall zu nutzen, um daraus politisch Kapital zu schlagen.

"Dem muss man entschieden entgegentreten." Es wäre furchtbar, den Menschen, die in Deutschland Schutz suchten, pauschal Terrorabsichten zu unterstellen.

Mit Material der dpa

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(sk)