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Nächster Gauland-Eklat: "Die Nationalmannschaft ist schon lange nicht mehr deutsch"

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GAULAND
Nächster Gauland-Eklat: "Die Nationalmannschaft ist schon lange nicht mehr deutsch" | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • AfD-Vize-Chef Gauland hat die deutsche Identität der Nationalmannschaft infrage gestellt
  • Özils Pilgerreise nach Mekka bezeichnet er als "gewöhnungsbedürftig"
  • Grünen-Politiker Dieter Janecek übt scharfe Kritik an Gaulands Aussagen

AfD-Vize-Chef Gauland will es nach seinen Beleidigungen gegen Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng offenbar wissen: In einem Interview mit dem "Spiegel" hat Gauland erneut gezeigt, welche erschreckenden Ansichten er vertritt.

Für Gauland ist der Profifußball "keine Frage der nationalen Identität mehr", sondern "letztlich eine Geldfrage": "Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne", sagte der AfD-Vize dem Blatt.

Gauland: Die meisten Deutschen sind "nicht so multikulti"

Die Nationalmannschaft ist Gauland also nicht deutsch genug - man hätte es nach seinem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" schon ahnen können.

Auch das Lebensgefühl der meisten Deutschen sei nicht "so multikulti", sagte Gauland. "Da gibt es noch immer eine starke Verbundenheit zu Land und Leuten und Geschichte und Tradition. Sie fiebern zwar mit dem Fußball mit, aber diese multikulturelle Welt ist den meisten noch immer fremd."

Grünen-Politiker Dieter Janecek reagierte empört auf die neusten Gauland-Aussagen. "Anstatt unserer Nationalmannschaft kurz vor EM-Beginn Rückenwind zu geben, besudeln Gauland und seine AfD ihr Ansehen mit peinlichen Tiraden", sagte er der Huffington Post. "Millionen Deutsche sind stolz auf dieses Team, dessen Vielfalt seine große Stärke ist. Am besten lassen AfD-Funktionäre ihren Fernseher während der EM aus, wenn sie Boateng, Özil & Co. nicht ertragen können."

Spannend wird sein, ob Gauland auch diesmal wieder einen Rückzieher macht - und von seinen Aussagen hinterher nichts mehr wissen will.

Gauland kritisiert Özils Pilgerreise nach Mekka

Der AfD-Vize teilt in dem Interview auch gegen Nationalspieler Mesut Özil aus. Die Pilgerreise des gläubigen Moslems nach Mekka nannte Gauland "sehr gewöhnungsbedürftig für eine Partei, die den Islam nicht als Teil Deutschlands betrachtet".

Bei Fußballspielern akzeptiere er dies, aber "bei Beamten, Lehrern, Politikern und Entscheidungsträgern würde ich sehr wohl die Frage stellen: Ist jemand, der nach Mekka geht, in einer deutschen Demokratie richtig aufgehoben? Liegt die Loyalität beim deutschen Grundgesetz, oder liegt sie bei einem Islam, der ein politischer Islam ist?"

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