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"Weltwoche"-Chef Köppel wütet nach "FAS"-Skandal: "Totalitäre Methoden gegen Gauland"

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ROGER KOEPPEL
"Weltwoche"-Chef Roger Köppel schlägt sich auf Gaulands Seite | Arnd Wiegmann / Reuters
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  • Der Skandal um die "FAS"-Zitate von Alexander Gauland reißt nicht ab
  • Rückendeckung erhielt der AfD-Vize nun von Weltwoche-Chef Roger Köppel
  • "Deutschland spinnt", schrieb der Schweizer Journalist und Politiker

Die umstrittene Aussage von AfD-Vize Alexander Gauland über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng schlägt weiter hohe Wellen. In einer Rundmail an Parteimitglieder der Alternative für Deutschland bestritt Gauland die Vorwürfe, Boateng rassistisch beleidigt zu haben und warf den Journalisten der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vor, sich nicht an Abmachungen gehalten zu haben.

Schützenhilfe erhielt der AfD-Fraktionsvorsitzende im Brandenburger Landtag nun aus der Schweiz: Roger Köppel, Chefredakteur und Verleger des rechts-konservativen Schweizer Wochenmagazins "Die Weltwoche" nannte die Vorwürfe gegen Gauland "totalitäre Gauner-Methoden".

Die deutsche Geschichte wird missbraucht

"Mit totalitären Methoden versuchen die Etablierten, ihre Weltsicht, ihre Machtansprüche durchzusetzen", schrieb Köppel im Editorial der aktuellen Ausgabe seines Magazins. Die Inquisition sei mit ihren Schauprozessen in die Gegenwart zurückgekehrt. "Die Inquisition will denunzieren, verurteilen, vernichten. Das war auch hier das Drehbuch", so Köppel.

"Deutschland spinnt", schrieb er. Die Aufregung um die angeblichen Gauland-Zitate begründet Köppel mit der deutschen Vergangenheit: "Andersdenkende haben es schwer. Die belastete Geschichte des Landes wird von oben missbraucht, um missliebige Stimmen auszugrenzen".

Der frühere Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt" ist heute weit mehr als nur Journalist: Seit vergangenem Jahr sitzt Köppel für die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP) im Berner Nationalrat. Eine Partei, die der Aufnahme von Flüchtlingen kritisch gegenüber steht und eng mit der AfD verbandelt ist.

Im Februar initiierte die SVP eine Volksabstimmung über ein strikteres Abschiebegesetz. Die Kampagne mit dem Namen "Ja zur Ausschaffung krimineller Ausländer!" wurde von den Schweizern allerdings abgelehnt.

"Gauland ist kein Rassist"

Gauland, den er persönlich kenne, sei seiner Meinung nach kein Rassist oder Extremist. Dieser hätte ihm versichert, dass er von sich aus nie von Boateng gesprochen habe, sondern dass ihm dieser ­Name von den Journalisten hinterlistig in den Mund gelegt worden sei. Die AfD nannte der "Weltwoche"-Chef in seinem Editorial eine "Merkel-kritischen Erfolgspartei".

Die deutsche Gesinnungsmafia wolle die Alternative für Deutschland erledigen: "Die Eliten fühlen sich bedroht, und die Angst schlägt bereits in aggressive Panik um". Hinter der Arroganz der alten Elite stecke laut Köppel Angst. "Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen", schrieb der Journalist und Politiker.

"Gauland wurde reingelegt"

Harsche Worte fand Köppel auch für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Das Vorgehen des Blattes zeige auf deprimierende Weise das Ausmaß einer politischen Aufregung, die den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat: "Gauland wurde reingelegt", schrieb er.

"Nicht seine angeblichen Aussagen, sondern die journalistischen Methoden sind hier der Skandal". Indem die Journalisten aus einem vertraulichen Gespräch zitierten, hätten sie das Vertrauen des AfD-Politikers missbraucht.

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(lk)