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Nach Eklat um Armenien-Resolution: Bundeswehr fürchtet um Militär-Operationen mit Türkei

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  • Nach der Armenien-Resolution des Bundestags könnte die Türkei wichtige militärische Kooperationen mit Deutschland absagen
  • Im Verteidigungsministerium laufen bereits Gespräche über mögliche Reaktionen
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Bislang spielt sich der Konflikt nach der Armenien-Resolution vor allem auf diplomatischem Parkett ab: Staatspräsident Erdogan zog am Donnerstag den türkischen Botschafter aus Berlin ab. Zuvor hatte er vor Schäden in allerlei Bereichen der deutsch-türkischen Beziehungen gewarnt.

Jetzt ist klar: Besonders schwer könnte es das Feld der militärischen Zusammenarbeit betreffen. Dabei handelt es sich speziell um eine entscheidende Kooperation: Die Türkei ist das Scharnier zwischen Europa und dem Nahen Osten, Basis für etliche Operationen.

Von der Leyen schmiedet bereits Notfallpläne

Etwa für den Kampf gegen den Islamischen Staat. Deutsche Aufklärungsflieger starten von der Luftwaffenbasis Incirlik nach Syrien und Irak. Geplant ist außerdem der Bau einer eigenen Basis und eines mobilen Gefechtsstand. Vorausgesetzt, die Türkei stimmt zu.

Das Land ist zwar wie Deutschland Mitglied des Militärbündnisses NATO, doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Die Türken seien "als launisch und unberechenbar" bekannt, stellt denn auch ein Artikel auf dem Portal "Spiegel Online" fest.

Dass die Türken sich Vorhaben wie diesen versperren, ist für die Bundeswehr offenbar kein theoretisches Szenario: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beriet sich am Donnerstagmorgen mit den Führungskräften der Truppe über mögliche Reaktionen aus Ankara.

Deutliche Drohungen aus Ankara

Ebenfalls der türkischen Laune zum Opfer fallen könnte die Nato-Operation gegen Flüchtlingsschlepper zwischen der Türkei und Griechenland. Sie ist bislang nur von Schiffen aus in einem Teil der Ägäis aktiv. Der türkische Botschafter in Brüssel dachte zuletzt bereits laut darüber nach, ob die Mission nicht komplett eingestellt werden sollte.

Die Resolution zum Völkermord war da noch gar nicht aktuell. Nun ist die Wahrscheinlichkeit größer denn je, dass die Türken ihre Drohungen wahr machen.

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(lk)