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Neues Umfrage-Fiasko: Massiver Absturz für Union und SPD

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MERKEL
Neues Umfrage-Fiasko: Massiver Absturz für Union und SPD | dpa
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  • Eine neue Umfrage zeigt, wie sehr sich die Union auf dem Sinkflug befindet
  • Seit der letzten Umfrage ging es für das Bündnis aus CDU und CSU um fünf Prozentpunkte bergab - auch die SPD verliert massiv
  • Grüne und die AfD können hingegen zulegen

Seit Wochen schon liegen die Umfragewerte für die Union im Keller - Tendenz sinkend.

Der Zoff mit der Schwesterpartei CSU, Angela Merkels Flüchtlingspolitik und der Umgang der Kanzlerin mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - es gab schon sonnigere Tage bei der Union.

Vor allem aber das tiefe innerparteiliche Zerwürfnis in Sachen Flüchtlinge wird für Merkel offenbar immer mehr zum Verhängnis. Das lässt auch eine neue Umfrage von GMS (Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Dr. Jung GmbH) vermuten, aus der die "Welt" zitiert.

Minus von fünf Prozent für die Union

Die Grusel-Zahlen der GMS: Wären am nächsten Sonntag Bundestagswahlen, würden nur noch 30,6 Prozent der Bundesbürger ihr Kreuz bei CDU und CSU machen. Im Vergleich zur vorigen Umfrage vom 21. April (35,7 Prozent) bedeutet das ein Minus von fünf Prozentpunkten.

Auch die SPD, das nächste Sorgenkind der Großen Koalition, verliert laut dem Bericht massiv. Die Sozialdemokraten rutschten erstmals in einer GMS-Umfrage mit 19,7 Prozent unter die 20-Prozentmarke (minus 1,3 Prozent). Schon zuvor war die SPD bei Umfragen anderer Institute unter 20 Prozent gerutscht.

Die AfD legt um drei Prozentpunkte zu

Die Grünen konnten bei der GMS-Umfrage 3,6 Prozentpunkte hinzugewinnen, liegen jetzt bei 15,6 Prozent. Die AfD liegt derzeit bei 13,2 Prozent - ein Zuwachs von drei Prozentpunkten. Bei FDP (7,7 Prozent) und Linken (7,2 Prozent) gab es hingegen kaum Veränderung in der Wählergunst.

Die GMS-Zahlen beruhen auf einer repräsentativen Telefonumfrage bei 1.004 Wahlberechtigten, die vom 27.Mai bis 1. Juni 2016 durchgeführt wurde.

Auch bei einer Umfrage des Instituts Insa für die "Bild"-Zeitung hatte die große Koalition zuletzt an Zustimmung verloren und war erstmals unter die Marke von 50 Prozent gerutscht. Dabei kamen CDU/CSU ebenfalls auf 30 Prozent - ein halber Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD hatte ebenfalls einen halben Punkt verloren und lag, wie jetzt bei der GMS-Umfrage, nur noch bei 19 Prozent.

De Maizière sieht "Zustand erreicht, der der Union im Ganzen schadet"

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte zuletzt angesichts des Streits zwischen CDU und CSU gesagt, er sehe einen "Zustand erreicht, der der Union im Ganzen schadet".

Meinungsunterschiede sollten nicht immer wieder öffentlich angefeuert werden. Auch weil die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen sei, "könnte die Dezibelstärke der Interviews ebenfalls zurückgeführt werden", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer warf der CDU in der "Bild"-Zeitung vor, sie habe kein Profil. "Wenn sich CDU und SPD immer mehr angleichen, schadet es allen." Außerdem berichtete die "Bild", Seehofer vermute ein Komplott im Kanzleramt. "Bis hinein ins Kanzleramt" gebe es Kräfte, die die CSU als "Fehlkonstruktion" betrachteten und beseitigen wollten.

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(bp)