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Dieser Holländer fischt Müll aus Amsterdams Kanälen - und baut daraus beeindruckende Boote

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BOOT
Amsterdam hat ein Problem mit Plastikmüll – die Bewohner schaffen Abhilfe. | Facebook / Plastic Whale
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Was auf den ersten Blick wie eine Schnappsidee erscheint, ist jetzt ein rentables Geschäft. 2011 rief der Niederländer Marius Smit dazu auf, Plastikmüll aus den Kanälen von Amsterdam zu fischen und daraus ein Boot zu bauen.

Mittlerweile besitzt sein Unternehmen Plastic Whale bereits sieben Boote, die aus gesammelten Plastikflaschen gebaut wurden.

Mission: Amsterdams Grachten ohne Müll

Die Idee kam dem Niederländer auf einer Reise durch Borneo - wie er in einem Interview auf ecowatch.com erzählt.

Er sei geschockt gewesen, wie nach einem Sturm der gesamte Strand von Plastikmüll überzogen war. Und nicht nur in Borneo ist der Plastikmüll allgegenwärtig.
Laut dem WWF versinken die Ozeane im Plastikmüll. In jedem Quadratkilometer Meer schwimmen bereits mehr als 45.000 Plastikteile. Jährlich kommen noch einmal sieben Tonnen Müll hinzu, die tödlich für Meerestiere sind.

Das Problem: Das Plastik vergeht nicht, sondern wird immer mehr. Bis zu seiner natürlichen Zersetzung können bis zu 400 Jahre vergehen. Und das betrifft nicht nur die Meere. Auch Flüsse und Bäche in Europa leiden unter der Verschmutzung. Dagegen will Smit ein Zeichen setzen - und andere Menschen für das Problem sensibilisieren.

Angefangen hat Smit dann mit den Amsterdamer Grachten und einem Aufruf über Social-Media-Kanäle, in dem er um Hilfe bei seiner Mission bat. Er sprach mit Organisationen und Unternehmen - und schon zwei Jahre später war das erste Boot aus Plastik fertig. Für 22,50 Euro verkauft Smit und sein Unternehmen Plastic Whale nun einen Fischer-Trip durch die Grachten von Amsterdam. Und auch Tripadvisor hat das Fischen bereits im Angebot.

Plastikfischen: Trend unter Touristen

Wie in einem Clip von "ZDF heute plus" zu sehen ist, hat sich das Plastikfischen mittlerweile zu einem Renner bei Touristen und Einheimischen entwickelt.

Passend zum Thema: Inspirierendes Projekt: Indische Schüler sammeln Millionen Plastikflaschen ein

Die Idee: Mit einem Köcher gehen die Plastikfischer auf die Jagd nach Müll in den Kanälen von Amsterdam. Firmen nutzen das Plastikfischen auch als Team-Building-Maßnahme. "Wir machen uns nützlich und haben einen schönen Tag. Es ist Team-Building. Und es stärkt das Umweltbewusstsein", sagt eine Plastikfischerin im Video.

Auch für Flüchtlinge hat Plastic Whale eine Aktion veranstaltet. Immerhin bringt die Tour durch die Kanäle einem Amsterdam noch einmal auf eine andere Weise nah:

20.000 Flaschen pro Jahr

Die gesammelten Plastikflaschen und -Verschlüsse werden in einem zweiten Schritt eingeschmolzen. Aus dem gewonnenen Granulat bauen Plastic Whale dann Boote - und auch Skateboards, genannt Wasteboards. Zu kaufen gibt es die Boards auf einer eigenen Website des Unternehmens.

20.000 Plastikflaschen holt Plastic Whale laut Smits eigenen Angaben jedes Jahr aus den Kanälen. 5.000 reichen für ein neues Boot. Und die Idee spricht sich rum. Aus Venedig sollen die niederländischen Plastikfischer laut ZDF bereits eine Anfrage vorliegen haben.

Langsam könnte so die Vision von Marius Smit wahr werden. Mit Plastic Waste will er fischen, bis es nichts mehr zu fischen gibt - im positiven Sinn. Dann nämlich hätte Smit sein Ziel einer Welt ohne Plastik erreicht.

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(ben)