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Mit dieser perfiden Strategie führt uns die Milchindustrie seit Jahrzehnten hinters Licht

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  • Im Video oben seht ihr Aufnahmen einer versteckten Kamera, die enthüllen, wie grausam die Milchproduktion wirklich ist

Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass der “Tag der Milch” am 1. Juni nicht wirklich eingeschlagen hat. Trotz der Anstrengungen der Milchindustrie scheinen nur wenige Menschen an Feierlichkeiten zu dem Thema Milch interessiert zu sein.

Das ist auch so, wie es sein sollte - denn Milch ist kein Grund zum Feiern, sondern schlecht für unsere Gesundheit, die Kühe und die Umwelt.

Schon immer kam Kuhmilch in den Genuss einer ausgezeichneten Öffentlichkeitsarbeit - Werbeleute haben sie geschickt mit fitten Athleten, starken Knochen und verführerisch posierenden Promis mit Milchschaumbart in Verbindung gebracht.

Aber wenn wir nicht mit dem Gedanken aufgewachsen wären, es sei allgemein akzeptiert und sogar erstrebenswert, Milch zu trinken, dann würden wir das für eine ziemlich absurde Vorstellung halten.

Kuhmilch ist für Kälber da

Kuhmilch ist eigentlich dafür gedacht, ein kleines Kalb möglichst schnell in eine ausgewachsene Kuh zu verwandeln - aber sie wurde und wird uns als gesundes Lebensmittel verkauft. In der Schule lernen alle Kinder, dass Milch voller Calcium ist und das stärkt bekanntlich die Knochen.

Aber die Lebensmittel-Pyramiden, die wir alle kennen, sind politische Instrumente, die aus bestimmten Interessen von bestimmten Gruppen unterstützt werden. Dies schließt die Milchindustrie mit ein.

Es stimmt: Milch enthält genauso viel Calcium wie beispielsweise Spinat. Besser ist jedoch das Calcium von Blattgemüse, da es einfacher vom Körper abgebaut werden kann. Der Calciumgehalt in Brokkoli und Grünkohl ist doppelt so hoch wie in Milch. Und was ist mit den anderen Bestandteilen in der Milch? Antibiotika, Cholesterin, Wachstumshormone… die Liste geht noch lange weiter.

Milch und Osteoporose

Die Zahl der Menschen, die Probleme damit haben, Milchprodukte zu verdauen, nimmt stetig zu. So haben etwa 70 Prozent aller Menschen eine Milchunverträglichkeit. In manchen Ländern sind sogar beinahe 90 Prozent der Bevölkerung von der Unverträglichkeit betroffen. In solchen Fällen nehmen die Betroffenen das täglich benötigte Calcium über Gemüsesorten auf.

Schenkt man der Milchindustrie Glauben, dann werden diese Menschen später unter schwachen Knochen leiden. Doch Krankheiten wie Osteoporose und Hüftfrakturen nehmen eher in den Ländern zu, in denen der Milchkonsum zum Alltag gehört.

Milch wird uns immer als ein Produkt für die ganze Familie verkauft. In den meisten Werbespots ist eine perfekte Familie mit strahlend weißen Zähnen zu sehen, die Picknicke macht und sich gegenseitig einen guten Morgen wünscht.

milk drink

Aber das Gegenteil ist der Fall.

Die Milchindustrie beutet die Kühe aus

Es kursiert immer noch das Gerücht, dass wir Kühen einen Gefallen tun, wenn wir sie melken - andernfalls würden sie explodieren, richtig? Wie Menschen auch, produzieren Kühe nicht durch Willenskraft Milch. Sie haben nur Milch, nachdem sie ein Kalb zur Welt gebracht haben.

In der Milchindustrie passiert das typischerweise, nachdem sie durch eine gezwungene, künstliche Befruchtung geschwängert worden sind. Mutter und Kalb werden fast sofort voneinander getrennt und Männchen werden dann in die Kalbfleisch-Industrie weitergegeben oder bei Überangebot getötet. All das ist weit entfernt von Familienfreundlichkeit.

Milch kostet uns viel

Milch kostet uns viel. Sie kostet unsere Gesundheit und sie verursacht unnötige Qual und Schmerz für Tiere. Sie kostet unsere Umwelt, denn Kühe produzieren große Mengen Treibhausgase, die großen Anteil an der Erderwärmung haben.

Milch kostet uns auch Geld - die Milchindustrie ist auf dem absteigenden Ast und wird durch Steuerzahler gestützt. Britische Milchbauern bekommen jedes Jahr Staatszuschüsse in Höhe von ungefähr 24.000 Pfund, was etwa ein Drittel ihres Einkommens ausmacht.

Anlässlich des "Tags der Milch“ solltest du also in Erwägung ziehen, Milch ganz aufzugeben. Pflanzenbasierte Alternativen waren nie so lecker und so einfach zu bekommen. Und das Beste an ihnen ist, dass sie für Menschen hergestellt wurden.

Dieser Blog erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Gina Louisa Metzler, Samantha Meier und Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt.


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(lk)