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Merkel: Kriminalität von Flüchtlingen muss "schonungslos" thematisiert werden

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ANGELA MERKEL ANGRY
Merkel: Kriminalität von Flüchtlingen muss "schonungslos" thematisiert werden | Thomas Trutschel via Getty Images
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  • Kanzlerin Merkel betont, Flüchtlinge dürften keinen rechtlichen Sonderstatus besitzen
  • Straftaten müssten „schonungslos offen“ angesprochen werden
  • Der Staat werde weiterhin dafür sorgen, dass „Recht und Gesetz eingehalten werden“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einem Interview mit der Illustrierten „Bunte“ kritische Worte für Kriminalität von Flüchtlingen gefunden. Und dafür, wie Deutschland mit dem Thema umgeht.

Kein Sonderstatus für Flüchtlinge

Merkel sagte, mit Straftaten von Flüchtlingen müsse „schonungslos offen“ umgegangen werden. Sie bezieht sich damit vor allem auf die „ungeheuerlichen Übergriffe“ in der Silvesternacht in Köln.

Merkel zeigte sich betroffen, dass der Eindruck entstanden sei, es dürfe nicht offen darüber gesprochen werden, weil die Straftaten von Migranten begangen worden seien. Dazu sagte Merkel dem Magazin ausdrücklich: „Das darf nicht passieren.“

Merkel: Jeder muss das Gesetz einhalten

Außerdem betonte Merkel, dass straffällige Migranten keinen rechtlichen Sonderstatus besäßen. Der Staat habe die "klare Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Recht und Gesetz von jedem eingehalten werden."

Das Thema hat an in diesen Tagen wieder an Brisanz gewonnen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte gesagt, einige Asylbewerber würden absichtlich Straftaten begehen, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Der Minister sprach von einer „Masche“.

Trotzdem: Merkel verteidigt ihren Kurs

Trotz aller Probleme: Merkel verteidigt im „Bunte“-Interview ihren Kurs in der Flüchtlingskrise. Auch jetzt würde sie wieder so handeln wie im September 2015 und die Grenzen für die Migranten nicht schließen.

Die Ängste sind allerdings unbegründet, dass die Kriminalität durch die vermehrte Zuwanderung ansteigt. Tatsächlich sind Flüchtlinge laut einer Statistik des Bundeskriminalamts im Schnitt nicht kriminell auffälliger als andere Bevölkerungsgruppen.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

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Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.