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Politikwissenschaftler Leggewie wirft AfD-Politikern "Halbfaschismus" vor

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CLAUS LEGGEWIE
Politikwissenschaftler Leggewie wirft AfD-Politikern "Halbfaschismus" vor | dpa
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  • Politikwissenschaftler Leggewie nennt AfD "halbfaschistisch"
  • Sie aktiviere Nicht-Wähler ähnlich wie früher die NSDAP

Vergleiche der Alternativen für Deutschland (AfD) mit Hitlers NSDAP gab es immer wieder. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat ihn gezogen, SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Mainzer Theologe Sebastian Moll schon vor zwei Jahren.

Und jedes Mal gibt es Diskussionen darüber, ob das nicht „inhaltlich blödsinnig“, „schief und krumm“, „geschichtsvergessen und politisch gefährlich“ ist, wie sie die „TAZ“ jüngst schimpfte. Der Verfassungsschutz jedenfalls sieht keinen Grund für eine Überwachung.

Jetzt allerdings hat sich ein Wissenschaftler dazu geäußert: Claus Leggewie, einer der bekanntesten Politikwissenschaftler Deutschlands.

Politikwissenschaftler sieht bei AfD "Halbfaschismus"

Im "Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Donnerstag nannte er die AfD und ihre Spitzenpolitiker Vertreter von Rassismus und „Halbfaschismus“. Sie verträten eine "völkisch-nationalistisch aufgeladene Ideologie, die weit über Populismus hinausgehe, sagte der Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (kwi).

Die AfD bediene sich mit ihrer „Radikalisierung populistischen Denkens“ der gleichen Argumentationsmuster wie die aufstrebende NSDAP.

Leggewie warnt vor Aktivwerden von "Nicht-Wählern" aus der "Schmollecke"

„Wir sind heute wie damals in einer historischen Phase, in der die unzufriedenen Nicht-Wähler aus ihrer Schmollecke herauskommen und wieder zu politischen Akteuren werden.“ Zwischen 1928 und 1930 habe die kleine NSDAP ein riesiges Reservoir demokratieferner Menschen angezapft.

Appell zur Diskussion der AfD-Thesen

Leggewie empfiehlt dringend, die Positionen der AfD öffentlich auseinanderzunehmen, weil man nur so den „blühenden Unsinn“ entlarven könne. Sich nur zu empören nutze dagegen wenig.

Der Umfang mit AfD-Vertretern war in den vergangenen Monaten immer wieder Thema gewesen. So hatten sich verschiedene Politiker geweigert, mit AfD-Vertretern in gemeinsamen Diskussionsrunden aufzutreten.

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(lk)