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Was ein 12-Jähriger über Autismus und Impfungen zu sagen hat

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Er ist erst 12 Jahre alt - aber er hat schon eine richtig starke Meinung zur Impfdebatte: Der junge "Wissenschaftler" Marco Arturo aus den USA hat ein Video auf Facebook gepostet, in dem er über den Zusammenhang von Autismus und Impfungen spricht.

Unter dem Titel "Impfungen verursachen sehr wohl Autismus" wurde das Video ein Viralhit und von weltbekannten Stars wie Ashton Kutcher geteilt. Es wurde 4,8 Millionen Mal aufgerufen und erhielt 46.000 Likes.

Darin behauptet der Junge, dass er alle Beweise dafür, dass Impfungen Autismus verursachen würden, in einer Mappe gesammelt hätte, die er in die Kamera hält.

Was haben Autismus und Impfungen miteinander zu tun?

Tatsächlich wird immer noch in allen sozialen Netzwerken heftig diskutiert, ob Impfungen bei Kindern später Autismus hervorrufen könnten. Impfgegner berufen sich dabei gerne auf eine im Jahr 1998 veröffentlichte Studie im angesehen Fachmagazin "Lancet", die bei Kindern einen Zusammenhang zwischen dem MMR-Impfstoff (Masern, Mumps, Röteln) und einer späteren Erkrankung an Autismus herstellte.

Die Ergebnisse des britischen Arztes Andrew Wakefield schlagen bis heute hohe Wellen - auch als sich herausstellte, dass Wakefield Gelder von Eltern autistischer Kinder angenommen hatte, die einen Impfstoffhersteller verklagen wollten.

Das Magazin "Lancet" hat die Studie daraufhin zurückgezogen, während weitere Untersuchungen veröffentlicht wurden, die eindeutig belegen, dass zwischen Impfungen und Autismus keinerlei Zusammenhang besteht.Eine Langzeitstudie aus dem Fachmagazin "Jama" mit 96.000 Teilnehmernzeigte im Jahr 2015, dass die Tatsache, geimpft zu sein, für Kinder kein erhöhtes Risiko darstellte, an Autismus zu erkranken.

Die Impfraten sinken

Doch noch immer weigern sich einige Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. Die Impfraten in reichen Industrieländern wie Großbritannien, USA und auch Deutschland könnten besser sein - vor allem, da ihr Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und sie die Kinder vor gefährlichen Erkrankungen bewahren können.

Eltern, die trotzdem nicht an die Vorteile von Impfungen glauben wollen, werden wohl gern auf das Video von Marco Arturo mit der Überschrift "Impfungen verursachen sehr wohl Autismus" klicken - und eine große Überraschung erleben.

Denn der 12-Jährige hat eine starke Botschaft an alle Eltern, die ihre Kinder nicht impfen wollen: Die Mappe mit den angekündigten Beweisen enthält nur leere Blätter.

"Weil es keine wissenschaftliche Beweise dafür gibt, dass Impfungen Autismus hervorrufen", sagt Marco in die Kamera und führt aus: Vielmehr würden Impfungen "Millionen Kinder vor dem Tod durch Krankheiten wie Masern, Polio, Meningitis und Hepatitis" retten.

"Also bitte, lasst eure Kinder impfen", appelliert der 12-Jährige an seine Zuschauer.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

Diese Mädchen tun etwas, was viele tun - Sekunden später sterben sie

(glm)