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Gera: Betrunkene schießen auf Frau mit Kopftuch und ihr Kind

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Ein Frau mit Kopftuch in Berlin Neukölln (Symbolbild) | Tobias Schwarz / Reuters
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  • Mit diesem Vorfall erreicht die Gewalt gegen Zuwanderer in Deutschland eine neue Dimension
  • In Gera sollen zwei Männer auf eine Frau mit Kopftuch geschossen haben
  • Bei einem Polizeieinsatz stellte sich heraus, dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelte

Fälle von fremdenfeindlicher Gewalt gab es in Deutschland in den vergangenen Monaten viele. Doch mit dem, was in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im thüringischen Gera passiert ist, erreicht die Aggressivität gegenüber muslimischen Zuwanderern eine neue Dimension.

Zwei alkoholisierte Männer sollen von ihrem Balkon aus auf eine vorbeilaufende Frau mit Kopftuch und ihr Kind geschossen haben. Das melden die "Thüringer Allgemeine" und die "Ostthüringer Zeitung".

"Pistolenähnlicher Gegenstand" in der Hand

Offenbar haben die beiden Männer auf dem Balkon getrunken und rechtsradikale Parolen gebrüllt. Beobachter berichteten der Polizei, dass sie dabei einen "pistolenähnlichen Gegenstand" in der Hand gehalten hätten. Als eine ausländisch wirkende Frau mit ihrem Kind vorbeilief, fingen sie an zu schießen und die beiden zu beschimpfen.

Bei dem folgenden Polizeieinsatz stellte sich heraus, dass die Waffe nicht scharf war. Es handelte sich um eine Schreckschusspistole. Die Polizei sucht nun nach Zeugen des Vorfalls. Insbesondere mit der bedrohten Frau würden die Beamten gerne sprechen.

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(sk)