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Flüchtlingsheim neben FKK-Camp in Sachsen geplant: Nudisten protestieren gegen die neuen Nachbarn

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Sachsen: FKK-Camper laufen gegen geplantes Flüchtlingsheim Sturm (Symbolbild) | ullstein bild via Getty Images
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  • Im sächsischen Radeburg soll eine Flüchtlingsunterkunft neben einem FKK-Camp entstehen
  • Die Nudisten fühlen sich von dem Heim bedrängt
  • Die Behörden haben keine Bedenken

Das Landratsamt Meißen plant in der Kleinstadt Radeburg eine Unterkunft für 112 Flüchtlinge. Eigentlich keine große Sache, würden die Asylbewerber nicht direkt neben einem FKK-Camp einziehen.

Seit 1905 frönen die Nudisten im "Familiensport- und FKK-Bund Waldteichfreunde Moritzburg“ ihrer Leidenschaft, doch jetzt fühlen sich die Nackedeis bei ihrem Verzicht auf Textilien bedrängt. Der Grund: die Flüchtlinge.

Die Nudisten haben Angst

Die Camper sind in Sorge und pochen auf das Gewohnheitsrecht. "Ich weiß nicht, ob es klug ist, gerade hier das Asylheim einzurichten", sagte die Schatzmeisterin des Camps gegenüber der "Bild"-Zeitung.

„Wenn das ein Abschiebelager für junge Männer wird, wie man erzählt, werde ich nachts nicht mehr allein im Wohnwagen bleiben“, zitiert das Blatt eine andere FKK-Liebhaberin.

"Spannungen sind vorprogrammiert"

Der Landkreis Meißen hat den Bau der 1,53 Millionen Euro teuren Unterkunft trotz des Protests der Nudisten bereits beschlossen. „Wir brauchen das Heim“, verteidigt eine Sprecherin des Landratsamts das Bauprojekt. Es gebe zur Zeit im Landkreis keine anderen geeigneten Einrichtungen. Demnächst sollen hier 112 Asylbewerber einziehen.

Die FFKler beklagen, dass das Landratsamt ihren Hilferuf ignoriert hat. "Wir forderten vom Landrat Geld für einen Sichtschutz um unser 11 Hektar großes Areal“, sagte die Schatzmeisterin. Passiert sei nichts, Spannungen durch unterschiedliche ethnische Lebenseinstellungen seien ihrer Meinung nach vorprogrammiert.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(ca)