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Lotte Reiniger: Google Doodle für Deutschlands Walt Disney

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LOTTE
Google ehrt Lotte reiniger mit einem Doodle | Google
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  • Google ehrt Lotte Reiniger mit einem Doodle
  • Der Trickfilm-Star wäre heute 117. Jahre alt geworden
  • Mit ihrem Scherenschnitt wurde sie fast zu einem Walt Disney Deutschlands

Lotte Reiniger ist am 2. Juni im Google Doodle zu sehen. Auch wenn viele von ihnen, Reiniger vielleicht gar nicht (er-)kennen. Mit ihren Scherenschnitten war sie Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe so etwas wie ein weiblicher Walt Disney für Deutschland. Und genau daran werden die User an diesem Donnerstag - ihrem 117. Geburtstag - erinnert, wenn sie die Suchmaschine nutzen.

Denn die Berlinerin war eine beeindruckende Frau. So war Reiniger noch keine 20 Jahre alt, als sie begann, professionell mit ihrer filigranen Kunst einen Trickfilm zu erschaffen. Der Titel: "Das Ornament des verliebten Herzens". Das schreibt auch die Seite "LotteReiniger.de".

Lotte Reinigers liebte den Scherenschnitt

Für sie ist damit ein Traum wahr geworden. Mehr als zehn Jahre bevor "Schneewittchen" (1937) dank Walt Disney über die Kinoleinwände tanzte.

Es war einer jener Träume, die sich schon früh abzeichneten, wie sie 1936 in London berichtete:
"Als ich noch ein Kind war, zeigte sich bei mir die beunruhigende Fähigkeit, Silhouetten auszuschneiden", zitiert sie ein Scherenschnitt-Verein. "Aber ich mochte diese nicht still und bewegungslos, ich spielte immer mit ihnen. Schon mit zwölf Jahren hatte ich mein eigenes, kleines, primitives Schattentheater.“

Als dann 1919 mit dem "Institut für Kulturforschung" eine Art Trickfilmstudio in der Hauptstadt eröffnete, wurde aus ihrer Leidenschaft eine Lebensaufgabe.

Mit "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" wurde sie berühmt

Mit dem Film "Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ (1923 – 1926) wurde Reiniger seinerzeit berühmt. Nicht ohne Hilfe: In dem Institut lernt sie nämlich Carl Koch, einen Techniker. Ihn heiratet die Künstlerin 1921.

Die beiden ergänzen sich perfekt. Und so übernimmt er bei vielen ihrer Filme die Rolle des Aufnahmeleiters. Es entstanden so viele Filme.

Reinigers Schattenfiguren bewegten sich in den 1930er Jahren zum Beispiel durch Musikfilme wie "Harlekin“, "Carmen“ und "Papageno“, schreibt Alfred Happ auf der Vereins-Homepage weiter.

Auch später bebilderte sie auch noch andere Musikwerke. Nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch als Illustratorin zum Beispiel von vier Mozart-Opern - aber auch die Geschichte von "King Arthur" gibt es mit ihren feinen Figuren, nachdem sie Ende der 1940er Jahre nach London gezogen war.

Lotte Reiniger und Walt Disney

Mancher mag sich nun denken. Alles schön und gut. Aber ein vergleich mit Walt Disney - dem Vater von Mickey Mouse ist vielleicht doch etwas hochgegriffen.

Aber die Parallelen sind beeindruckend: Beide - Disney wie Reiniger - begannen 1919 in einem Trickfilmstudio zu arbeiten. Ihre fein geschnittene Figuren sind in mehr als 80 Filmen zu sehen. Seine Filme sind bis heute unvergessen.

Mit seinen ersten Gehversuchen und den großen Zeichentrickfilmen könnte er persönlich wohl ebenfalls auf eine erstaunliche Menge an Filme zurückschauen. Dabei starb er bereits kurz nach seinem 65. Geburtstag. Reiniger lebte bis 1965, zuletzt in Dettenhausen (Baden-Württemberg).

Der entscheidende Unterschied: Walt Disney kennt jeder, Reiniger können Film-Fans heute für sich entdecken - zum Beispiel mit dem Google Doodle.

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(bp)