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Rewe stoppt den Verkauf von Plastiktüten

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REWE
dpa
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  • Rewe geht beim Kampf gegen Plastikmüll mit gutem Beispiel voran
  • Der Lebensmittelhändler wird ab jetzt keine Plastiktüten mehr anbieten
  • Künftig soll es als Alternativen Baumwolltaschen und Tüten aus recycelbarem Material geben

Das Bewusstsein für die immensen Umweltschäden durch denmassenhaften Verbrauch von Plastik - und Verpackungsmaterialien steigt. Auch bei den großen Lebensmittelhändlern Deutschlands.

Der zweitgrößte von ihnen geht nun mit gutem Beispiel voran: Rewe kündigte am Mittwochmorgen an, den Verkauf von Plastiktüten komplett zu stoppen. Dadurch sollen in Deutschland jährlich rund 140 Millionen Plastiktüten weniger im Müll landen.

Rewe will den Kunden nun in all seinen Supermärkten Alternativen aus Baumwolle und Jute, aber auch Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial, Kartons und Papiertüten anbieten. Restbestände an Plastiktragetaschen würden in den Märkten aber noch bis Juli verkauft, teilte der Konzern mit. In den über 3000 Rewe-Märkten kaufen wöchentlich rund 27 Millionen Kunden ein.

Die Plastiktüten in der Gemüseabteilung gibt es vorerst weiterhin

Es gibt eine Ausnahme: Die kostenlosen durchsichtigen Plastiktüten aus der Obst- und Gemüseabteilung bleiben vorläufig. Auch hier werde aber nach Alternativen gesucht, sagte ein Unternehmenssprecher.

Erst Ende April hatten sich rund 260 Einzelhandelsunternehmen nach langem Ringen freiwillig verpflichtet, Geld für die umweltschädlichen Plastiktüten zu nehmen. Die Supermarktkette geht nun noch einen Schritt weiter.

Die Selbstverpflichtung soll Deutschland helfen, eine EU-Richtlinie umzusetzen, die den jährlichen Verbrauch von Kunststoff-Tragetaschen bis Ende 2025 auf höchstens 40 Tüten pro Einwohner senken soll. Das EU-Zwischenziel von 90 Plastik-Taschen pro Person und Jahr für Ende 2019 erfüllt Deutschland bereits. Aktuell benutzt jeder Einwohner Deutschlands im Jahr im Schnitt 71 Tüten.

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In einer dreimonatigen Testphase hatte Rewe in mehr als 130 Märkten den Verzicht auf die Plastiktüten ausprobiert. Ein Großteil der Verbraucher befürwortet und akzeptiert laut Rewe den Schritt. Fast zwei Drittel der befragten Kunden wolle zu mehrfach verwendbaren Tragetaschen oder Einkaufskartons greifen.

Umweltverbände fordern auch eine Regelung für Papiertüten

Nicht betroffen von dem Plastiktüten-Bann sind nach Angaben eines Rewe-Sprechers vorläufig die kostenlosen durchsichtigen Plastiktüten, die an Obst- und Gemüsetheken zu haben sind, es werde aber nach Alternativen gesucht.

Umweltverbände hatten die Selbstverpflichtung des Handels zuletzt kritisiert und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vorgeworfen, vor den Unternehmen eingeknickt zu sein.

Die Deutsche Umwelthilfe bemängelte, dass von 60 Prozent der Tüten, die über die Vereinbarung abgedeckt seien, die meisten schon jetzt kostenpflichtig seien. Der Naturschutzbund Nabu forderte eine gesetzliche Regelung, die auch Papiertüten umfasst. Diese seien in der Herstellung nicht umweltfreundlicher als die Plastiktaschen.

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(sk)