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Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern: Fünftes Todesopfer bestätigt

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HOCHWASSER
Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern: Rettungskräfte bergen viertes Todesopfer | dpa
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  • In Süddeutschland sind fünf Menschen bei einem katastrophalen Hochwasser ums Leben gekommen
  • Nach starken Regenfällen wurden in Bayern mehrere Orte meterhoch überflutet
  • Die Polizei musste Menschen mit Hubschraubern retten

Es ist verheerend: Heftiger Regen hat am Mittwoch im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn zu zerstörerischen Überschwemmungen geführt und mehrere Orte teils meterhoch überflutet. Mindestens fünf Menschen starben. Mehrere Personen werden vermisst.

Berichte, wonach die Person in der Gemeinde Zeilarn bereits tot geborgen worden sei, bestätigte die Polizei am Donnerstagmorgen nicht.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks waren die Nacht zu Donnerstag hindurch mit der Rettung von Personen beschäftigt. Mit Booten und Hubschraubern wurden Menschen aus ihren Häusern gerettet, etwa 9000 Haushalte waren ohne Strom.

Am frühen Morgen wurden die Kräfte aufgestockt, um in Triftern und Tann mit dem Abpumpen der Wassermassen zu beginnen. Polizisten seien auch von Grenzübergängen nach Österreich abgezogen worden.

Die Schäden lagen nach ersten Schätzungen in zweistelliger Millionenhöhe.

Meteorologen erwarten bereits neue Unwetter

32 Liter Regen pro Quadratmeter fielen binnen sechs Stunden allein in der Kreisstadt Pfarrkirchen. "Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell", hieß es von der Polizei. Erst am Abend entspannte sich die Lage und das Wasser lief ab.

In der Nacht hatte es nicht mehr geregnet. Der Deutsche Wetterdienst erwartete jedoch für Donnerstag erneut unwetterartige Mengen an Niederschlag, besonders im Landkreis Passau.

Schneise der Verwüstung zieht sich durch Simbach

Taucher entdecken drei Leichen in Haus

Taucher hatten am Mittwochabend in einem überschwemmten Mehrfamilienhaus in Simbach am Inn drei Leichen entdeckt, wie die Behörden mitteilten. Bewohner der oberen Stockwerke, die gerettet werden konnten, hatten auf die vermissten Bewohner im Erdgeschoss aufmerksam gemacht.

Kurz darauf wurde eine Frau tot in einem Bach bei Julbach gefunden.

Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen zu den Todesfällen. Michael Fahmüller, der Landrat des Kreises Rottal-Inn, zeigte sich tief betroffen. "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen", sagte der CSU-Politiker.

Hunderte Kinder mussten in den Schulen ausharren

In Triftern mussten am Mittowch rund 250 Kinder den Tag über in der Turnhalle ausharren, in Simbach saßen 350 Schüler fest.

Während die Schüler aus Simbach bis zum Abend wieder nach Hause konnten, waren in Triftern etwa 50 Kinder auch am späten Abend noch in der Mittelschule. Sie wurden von 25 Erwachsenen betreut, wie das Landratsamt mitteilte.

Asylunterkunft in Simbach wurde geräumt

Eine Asylbewerberunterkunft in Simbach wurde ebenfalls geräumt. Bei einem Bootsausflug auf dem Schwarzen Regen wurde eine Schulklasse aus Augsburg vom Unwetter überrascht: 20 Kinder strandeten auf einer Insel und mussten gerettet werden.

Lastwagenfahrer kletterten auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge, weil sie Angst hatten, von den Fluten davon geschwemmt zu werden, wie Rettungskräfte berichteten.

In Leipzig und Hannover standen die Straßen unter Wasser

Starkregen machte den Menschen auch in Hannover zu schaffen - die Feuerwehr rückte zu mehr als 100 Einsätzen aus. Auch in Leipzig standen einige Straßen unter Wasser. Die Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag, die am Dienstag überspült worden war, wurde hingegen wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Pegelstände an Rhein, Nahe und Mosel fielen nach einem sprunghaften Anstieg zu Wochenbeginn vorerst. Am Niederrhein gab es am Abend aber schwere Schäden wegen extremen Starkregens. In Düsseldorf liefen mehrere Tunnel und Straßen voll. Die Autobahn 46 musste gesperrt werden, ebenso wie eine Bahnstrecke bei Xanten.

In Baden-Württemberg, wo das Tief "Elvira" bereits am Sonntagabend schwere Verwüstungen angerichtet hatte, ging das Aufräumen weiter.

Nach wie vor müssen dort Massen von Schlamm, Schutt und Trümmer beseitigt werden. "Das ist ja wie in einem Horrorfilm", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwoch bei einem Besuch in Schwäbisch Gmünd. Vier Menschen waren bei dem Unwetter im Südwesten vor drei Tagen ums Leben gekommen.

UPDATE 2. Juni 6.30 Uhr: Der Artikel wurde um die Meldung über einen weiteren Vermissten ergänzt.

(sk)