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"Finger weg von unseren Frauen": FPÖ-Politiker blamiert sich mit Anti-Migranten-Video

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  • Ein FPÖ-Lokalpolitiker spielt sich als Verteidiger österreichischer Frauen gegen Migranten auf
  • In einem Video erklärt er anhand einer Puppe, wie "Asylanten" Frauen zu behandeln haben
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

"Finger weg von unseren Frauen" - das sind die Schlussworte des Grazer FPÖ-Lokalpolitikers Armin Sippel in einem fragwürdigen Spot, der gerade in Österreich die Runde macht.

Darin gibt sich Sippel, Chef der FPÖ-Fraktion im Gemeinderat, als Verteidiger österreichischer Frauen gegen die vermeintliche Bedrohung durch Migranten - ganz so, als ob österreichischen Männer Besitzansprüche auf Frauen in ihrem Land hätten.

Sippel will das Video als Satire verstanden wissen

"Sehr geehrte Herren Asylanten", beginnt Sippel seine rund 70-sekündige Belehrung, für die er zur Veranschaulichung eine blonde Puppe vor die Kamera zerrt.

Man sollte Frauen nicht "provokant nachschauen" oder provokant nachpfeifen", beginnt Sippel seinen dubiosen Vortrag - im Hintergrund wird ein Schild mit dem Wort "Nein" in die Kamera gehalten. Was man zudem "bestimmt nicht macht", erklärt der FPÖ-Politiker weiter, sei es, "Frauen zu bedrängen, ihnen an den Po zu fassen oder gar an den Busen zu grapschen".

Sippel selbst will das Video offenbar als Satire verstanden wissen - man fragt sich nur: warum? Es ist ja nicht so, dass man seiner Partei solche menschenverachtenden, vor Vorurteilen triefenden Ansichten nicht zutrauen würde.

"Ja, auch die FPÖ darf Satire, Sarkasmus oder was auch immer einsetzen, um Aufmerksamkeit zu erregen", kommentierte Sippel am Mittwochnachmittag auf seiner Facebookseite.

Unter den Kommentaren finden sich viele kritische Stimmen. So schreibt einer: "Was ich hier sehe ist Polemik, die Entwürdigung eines jeden Asylsuchenden und reine Schikane."

Eine andere schreibt unter Sippels Video: "Da vergeht einem das Lachen".

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(bp)