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Drei Frauen beobachten ein Date - 40 Minuten später stürmt die Polizei das Restaurant

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Das Internet feiert die Geschichte von drei Frauen, die eine versuchte Vergewaltigung abgewendet haben sollen – zumindest laut einem Post, den eine der drei Damen auf Facebook veröffentlichte (siehe Video).

Sonia Ulrich schrieb, dass sie und zwei Freundinnen – Monica Kenyon und Marla Saltzer – am einem Donnerstag in Santa Monica, Kalifornien, in einem Restaurant namens "Fig" zu Abend aßen. Sie beobachteten dabei einen Mann, der eine verdächtige Substanz aus einem Fläschchen in den Drink seines Dates kippte, während die Frau auf der Toilette war.

Laut Ulrich folgten sie der Frau auf die Toilette und erzählten ihr, was sie gesehen hatten. Sie rechneten eigentlich damit, dass die Betroffene den Mann noch nicht lange können würde, und waren dann überrascht zu erfahren, dass es sich um „ihren besten Freund“ handelte.

Die Aufnahmen der Überwachungskamera bestätigten die Annahme

Die Frauen gaben dem Restaurantmanager Bescheid, woraufhin die Sicherheitsleute die Aufnahmen der Überwachungskamera checkten. Diese bestätigten die Vermutung der Frauen, wie Ulrich in ihrem Facebook-Post schreibt. Sie beschreibt die unangenehme Situation, wie die Kellner und andere Angestellten versuchten, sich nichts anmerken zu lassen – bis die Polizei eintraf.

Ulrich schreibt auf Facebook:

„Die arme Frau musste dann noch 40 Minuten gegenüber von ihrem angeblich „besten Freund“ sitzen, mit dem Wissen, dass er sie unter Drogen setzen wollte. Meine Freundin Marla bemerkte, dass er mehrmals mit ihr anstieß, um sie zum Trinken zu bewegen.

Sie hat es echt gut überspielt. Wahrscheinlich war sie so unter Schock. Die Angestellten wollten dazwischen gehen und das Glas umwerfen. Oder ihn umwerfen. Einfach etwas unternehmen!

Ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn ich zu ihnen rüberginge und ihn dazu aufrief, ihr Glas auszutrinken. Sie aßen zu Abend. Als sie fertig waren und er nach der Rechnung fragte, erzählte ihm der Kellner, dass „die Kasse kaputt ist“, um sie länger im Restaurant zu behalten. Und dann kam die Polizei. Sie sagten: „Kommen sie mit uns“ und er wehrte sich gar nicht. Frag nicht warum. Vielleicht war er nicht überrascht.“

Viele Gäste berichteten, dass ihnen etwas Ähnliches passiert sei

Am Ende war es gut, dass die Kellner das Glas nicht umgeworfen haben, da die Polizei es als Beweisstück mitgenommen habe, schreibt Ulrich.

Aber der bewegendste – und wohl auch verstörendste – Teil der Geschichte ist, dass viele Gäste im Restaurant auf die Frauen zukamen und sich für ihren Einsatz bedankten:

„Fast von jedem Tisch kam jemand zu uns und bedankte sich für unser Engagement.

‚Meiner Schwester ist dasselbe passiert... Ich bin froh, dass ich damals dabei war und sie mit nach Hause nahm.’

‚Meinem Mitbewohner ist es auf der Party eines Produzenten passiert. Er leidet noch immer darunter.’

‚Mir ist es selbst passiert. Bei einem Grillfest.’

‚Ich habe es erlebt, während ich in einer Bar arbeitete.’

‚Manche Helden tragen keinen Umhang. Danke. Es ist mir auch schon einmal passiert. Danke’

‚Yes, geile Scheiße. Ihr rockt!’

Wir hörten sicher 10 Geschichten von Menschen, denen dasselbe oder etwas Ähnliches passiert sein soll. Und das waren nur die, die uns ansprachen. Da waren sicher noch mehr Leute im Restaurant mit einer ähnliche Geschichte.“

Die Polizei in Santa Monica bestätigte den Fall

Saul Rodriguez, Polizeioffizier, bestätigte gegenüber der Huffington Post, dass sie den 24-jährigen Michael H. wegen versuchter Vergewaltigung und Narkotisierung verhaftet hätte.

Drei Zeuginnen sollen ihn gesehen haben, wie er der Frau eine bislang nicht identifizierte Substanz in den Drink kippte.

„Wir sind diesen Zeuginnen sehr dankbar“, sagte Rodriguez, „so konnte ein Verbrechen verhindert werden“.

Bei „Fig“ wollte man keine Auskunft geben über den Vorfall. Laut dem News-Portal "Jezebel" soll aber eine Angestellte bestätigt haben, dass alles in dem Facebook-Post sich so zugetragen habe.

„Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung werden oft heruntergespielt von Opfern, Freunden, Familien und dem Justizsystem, wenn sie nicht unter Gewalt von Fremden erzwungen wurden“, sagte die Kriminalprofessorin Sarah Nicks der Huffington Post.

Vor allem Passanten, die so etwas beobachten, sollten eingreifen – auch wenn sie das Gefühl haben, dass sich Opfer und Täter kennen. Das kann einen großen Unterschied machen.

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Wenn du eine Tochter hast, nimm dir drei Minuten Zeit, um dieses Video zu sehen

(ben)