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Tod bei Wurzelbehandlung: 18-Jähriger stirbt in Zahnarztpraxis in Hamburg

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DENTIST MAN
In Hamburg starb ein 18-Jähriger beim Zahnarzt. | Thomas Trutschel via Getty Images
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  • Ein 18-jähriger Hamburger starb bei einer Wurzelbehandlung in der Zahnarztpraxis
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen die Anästhesisten
  • Vermutet wird ein Herzversagen

Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarzt. Für einen jungen Mann in Hamburg endete eine Wurzelbehandlung nun tödlich - er starb in der Praxis.

Der 18-Jährige war zuvor in eine Vollnarkose versetzt worden. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den behandelnden Anästhesisten ein, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Es bestehe ein Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Tötung. Die bei der Operation verwendeten Geräte seien sichergestellt worden und würden von Sachverständigen ausgewertet.

Ursache wahrscheinlich Herzversagen

Die Obduktion der Leiche hat ein vorläufiges Ergebnis gebracht: Der Tod sei "hochwahrscheinlich" in Folge eines Herzversagens eingetreten, das durch eine Vorerkrankung des Organs sowie durch die Belastungen der mehrstündigen Operation verursacht worden sei, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Weitere medizinische Untersuchungen unter anderem des Gewebes folgten.

"Dieser tragische Todesfall hat sicher nichts mit der Zahnbehandlung zu tun, sondern muss mit der Narkose zusammenhängen", sagte die behandelnde Zahnärztin dem "Hamburger Abendblatt".

Sie vermutet zudem, dass der junge Mann ein gesundheitliches Problem gehabt habe, das den Ärzten nicht bekannt gewesen sei.

Reanimation im Krankenwagen erfolglos

Der 18-Jährige sei am vergangenen Freitag nach Komplikationen in der Zahnarztpraxis noch in ein Klinikum in Hamburg-Altona gebracht worden. Dort sei der Tod festgestellt worden. Bereits in der Praxis und auch während des Transports ins Krankenhaus sei versucht worden, den jungen Mann zu reanimieren.

Die Zahnärztin sagte dem "Abendblatt" und der "Hamburger Morgenpost", der Mann habe die eher unübliche Vollnarkose ausdrücklich verlangt.

Die aufwendige, mehrstündige Operation - es handelte sich um eine Wurzelbehandlung mit mehreren Füllungen - habe am Morgen begonnen und sei zunächst auch ganz normal verlaufen. Die Komplikationen seien erst am späten Nachmittag aufgetreten.

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(sk)