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Messerangriff von Safia S. könnte im Auftrag des IS geschehen sein

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SAFIA
Die 15-jährige Safia S. stach einen Polizisten in Hannover nieder | Youtube
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  • Der Messerangriff einer 15-jährigen IS-Anhängerin auf einen Polizisten in Hannover könnte im Auftrag des IS geschehen sein
  • Das legen Chatprotokolle der Schülerin nahe

Die Chat-Protokolle der 15-jährigen Islamistin Safia S. entsetzen Ermittler. Sie vermitteln den Eindruck, dass die Terrororganisation Islamischer Staat das Mädchen von einer Reise mit dem Auftrag zurückgeschickt habe, in Deutschland einen Anschlag zu begehen.

Wenn dies zutrifft, wäre Safias Messerattacke auf einen Polizisten im Hauptbahnhof von Hannover der erste Anschlag der Terrormiliz in Deutschland. Das melden "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR.

Reiste Safia im Auftrag des IS zurück nach Deutschland?

Der Verdacht begründet sich auf eine Auswertung von Chat-Protokollen der 15 Jahre alten Schülerin, die Ende Februar einem Bundespolizisten in den Hals stach. Bei einer Überprüfung zog die Gymnasiastin marokkanischer Abstammung plötzlich ein Messer und stach einem der Polizisten gezielt in den Hals. Der Mann überlebte schwer verletzt.

Zuvor war das Mädchen in die Türkei gereist, um sich dem IS anzuschließen. Ihre Mutter gelang es jedoch, sie zur Rückkehr zu bewegen.

Die Chat-Protokolle erwecken jedoch den Anschein, als sei das Mädchen im Auftrag des IS zurückgereist. Darin schrieb Safia S. einem Glaubensbruder in Hannover, sie habe bei einem Aufenthalt in der Türkei mit "Angestellten" der IS-Regierung in Verbindung gestanden.

"Überraschung für die Ungläubigen"

Statt der von ihr erhofften Weiterreise nach Syrien habe es aber eine "Planänderung" gegeben, die IS-Mitglieder hätten sie aufgefordert, zurück nach Deutschland zu gehen, um eine "Überraschung für die Ungläubigen" zu machen.

"Sie haben mir gesagt, es hat einen größeren Nutzen", schrieb sie.

Es könne "richtig spaßig" werden. Auch von einer "Märtyrer-Operation" ist die Rede. Der Fall hat unter deutschen Sicherheitsbehörden erhebliche Unruhe verursacht. Inzwischen wird geprüft, ob der IS deutsche Dschihadisten mit Anschlagsplänen nach Hause zurückschickt.

Anwelt bezeichnet Verdacht eines IS-Auftrags als "Unsinn"

Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts erklärte auf Anfrage, es gebe "Verdachtsmomente, dass der Tat ein konkreter Auftrag von Verantwortlichen des so genannten Islamischen Staates zugrunde lag".

Für eine "abschließende Bewertung" sei es aber noch zu früh.

Der Anwalt von Safia S., Mutlu Günal, erklärte, der Verdacht, seine Mandantin habe einen "Auftrag aus Syrien" erhalten, sei "Unsinn, das ist nicht wahr".

Safia S. hat dem von ihr niedergestochenen Polizisten bereits vor einiger Zeit einen Entschuldigungsbrief geschrieben.

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