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Eine Lüge Orbáns soll Merkel zur Grenzöffnung getrieben haben

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  • Laut einem Medienbericht führte eine falsche Information zur Grenzöffnung für syrische Flüchtlinge im letzen Jahr
  • Der ungarische Präsident Orbán soll Merkel bewusst falsche Flüchtlingszahlen genannt haben

Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde für ihre Entscheidung, im September 2015 die Grenze für tausende Flüchtlinge zu öffnen, heftig kritisiert.

Damals saß eine große Zahl von Menschen am Hauptbahnhof der ungarischen Hauptstadt Budapest fest. Merkel entschied sich überraschend, ihnen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen.

Orban soll seine Amtskollegen bewusst falsch informiert haben

Ihre Kritiker sehen in diesem Schritt im Rückblick den eigentlichen Beginn der Flüchtlingskrise. Sie unterstellen, diese Entscheidung des Kanzleramts habe auf Flüchtlinge wie eine Einladung gewirkt und einen krassen Anstieg der Flüchtlingszahlen verursacht.

Ein Bericht der "Bild"-Zeitung wirft nun allerdings ein völlig neues Licht auf diesen Vorstoß der Kanzlerin.

Die Zeitung berichtet unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin und Wien sowie vertrauliche Dokumente, dass der ungarische Präsident Viktor Orbán seine deutschen und österreichischen Amtskollegen Merkel und Faymann bewusst falsch informierte, um die Flüchtlinge so schnell wie möglich loszuwerden.

Demnach übermittelte die ungarische Regierung am 4. September in einer Verbalnote an die österreichische Seite, es handle sich um "beinahe 1000" Flüchtlinge, die auf dem Weg zur ungarische-österreichischen Grenze seien und kontrolliert von Deutschland und Österreich übernommen werden sollten.

Diese einmalige Übernahme hatte Orbán mit Kanzlerin Merkel und dem damaligen österreichischen Kanzler Faymann ausgehandelt.

"Orbán hat sein Land an diesem Tag flüchtlingsfrei gemacht"

An den beiden folgenden Tagen des Wochenendes kamen nach Informationen aus deutschen Sicherheitsbehörden aber fast 20.000 Flüchtlinge nach Deutschland.

"Wir rechneten mit ein- bis dreitausend Menschen, einmalig, mehr nicht", heißt es in Berliner Regierungskreisen. Nach Ansicht der Österreicher hat Orbán bewusst untertrieben.

"Es sollte überschaubar wirken, was da auf uns zukommt", so ein Beamter des Außenministeriums in Wien zu "Bild".

Ein hoher EU-Diplomat geht im Rückblick noch weiter: "Orbán hat sein Land an diesem Tag bewusst flüchtlingsfrei gemacht."

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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(lk)