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Polizei: Zahl der Darmstädter Sex- Opfer könnte noch weiter steigen

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DARMSTADT
Polizei: Zahl der Darmstädter Sex- Opfer könnte noch weiter steigen | dpa
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  • Die Polizei vermutet, dass sich in Darmstadt noch mehr Opfer sexueller Übergriffe melden werden
  • Die Frauen waren ähnlich wie Opfer in Köln belästigt worden

Die Zahl der Frauen, die Opfer von sexuellen Übergriffen bei einem Musik-Festival in Darmstadt wurden, könnte möglicherweise noch weiter steigen. „Es ist sehr gut möglich, dass sich noch mehr Frauen melden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen am frühen Dienstagabend der Huffington Post.

Bei Sexual-Delikten könne immer einige Zeit vergehen, bis die Opfer zur Polizei gingen. Ein Grund kann aus Sicht von Sicherheitsexperten etwa sein, dass sich das Opfer schämt. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt geht davon aus, dass es noch eine Dunkelziffer an Straftaten geben könnte: "Auch nach Köln und anderen Übergriffen von Männergruppen dauerte es einige Zeit, bis das ganze Ausmaß bekannt war."

26 Frauen meldeten sich bei der Polizei

Tatsächlich hatten nach den Sex-Attacken von in der Domstadt an Silvester auch noch Wochen später Opfer der Grabscher-Banden die Polizei aufgesucht. Am Montag und Dienstag hatten sich auch in Mainz noch eine Reihe von mutmaßlichen Opfern von Sex-Attacken beim Musik-Festival den zuständigen Beamten anvertraut.

Bis zum Dienstagnachmittag hätten sich insgesamt 26 Frauen bei der Darmstädter Polizei gemeldet, sagte der Polizeisprecher. Inzwischen gebe es 14 Anzeigen, noch nicht alle Angaben der Frauen seien geklärt. Zunächst hatte die Polizei noch von 18 Anzeigen gesprochen.

Polizei weist Vorwürfe zurück

Den teils laut gewordenen Vorwurf, die Polizei habe nicht genug Präsenz bei dem Musikfest gezeigt, wies der Sprecher auf Anfrage zurück: „Die Polizei war mit viel Personal vor Ort, nicht nur ein oder zwei Streifenwagen.“ Bis die ersten Sex-Attacken bekannt wurden, sei das fest „sehr ruhig verlaufen“.

Dass es eine Vielzahl an sexuellen Übergriffen gab, die jetzt erst durch die Anzeigen bekannt wurden, habe man bis Sonntag „ja nicht ahnen können“. In der Vergangenheit sei das Fest in der Regel ruhig verlaufen. Für den Sprecher ist überdies klar: „Wir können nicht für jeden Festbesucher einen Polizisten abstellen.“

Zum Ende des viertägigen Schlossgrabenfestes mit etwa 400.000 Besuchern hatten zunächst drei Frauen in der Nacht zum Sonntag die Polizei darüber informiert, von mehreren Männern unsittlich angefasst worden zu sein.

Ähnlich wie in der Kölner Silvesternacht sollen die Verdächtigen in Kleingruppen vorgegangen und die Frauen umzingelt haben. In Köln liegen inzwischen mehr als 1000 Strafanzeigen vor.

Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß

In einer Pressemitteilung der Polizei Darmstadt hieß es, nach dem Eindruck der Frauen habe es sich „um Männer aus dem südasiatischen Raum gehandelt“.

Die Beamten nahmen kurz darauf drei verdächtige Männer im Alter von 28 bis 31 Jahren fest. Diese sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. „Es gibt keine Haftgründe“, sagte der Sprecher der Polizei Südhessen. Die Männer hätten einen festen Wohnsitz. Laut Polizei stammen sie aus Pakistan. Zwei seien Asylbewerber, der dritte vermutlich auch.

"Im Intimbereich berührt"

Ermittelt werde wegen sexueller Nötigung und Beleidigung auf sexueller Grundlage. Die Tatverdächtigen hätten sich den Schilderungen zufolge den auch jugendlichen Opfern mit Antanzen genähert und „fast immer im Intimbereich“ berührt, sagte der Sprecher.

Allem Anschein nach hätten sie sexuelle Absichten gehabt, um den Diebstahl von Geldbörsen sei es nicht gegangen. Von Vergewaltigungen wie in Köln hätten die Frauen aber nicht berichtet.

In einer ersten Mitteilung hatte die Polizei berichtet, die drei Tatverdächtigen könnten von zwei bis drei unbekannten Männern begleitet worden sein. Zu diesem Hinweis gebe es aber noch keine genauen Erkenntnisse, so der Polizeisprecher.

Mit Material der dpa

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