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CDU und CSU wollen Streit beilegen - und machen alles nur noch schlimmer

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SEEHOFER MERKEL
CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer können ihren Konflikt nicht beilegen | Sean Gallup via Getty Images
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  • Angesichts der fallenden Umfragewerte geraten die Unionsparteien zunehmend in Panik
  • Doch alle Versuche, den Streit zwischen CDU und CSU beizulegen, scheitern
  • Stattdessen kommen neue Schuldzuweisungen

Angesichts der fallenden Umfragewerte scheinen Unions-Politiker zunehmend in Panik zu geraten. Führende Politiker machten die ewigen Streitereien zwischen CDU und CSU für den Absturz verantwortlich - und forderten am Dienstag ein Ende der Auseinandersetzungen.

Doch dass will nicht so recht klappen. Stattdessen kommt es nur zu weiteren Schuldzuweisungen.

Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa für die "Bild"-Zeitung verliert die große Koalition an Zustimmung und ist erstmals unter die Marke von 50 Prozent gerutscht. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU demnach auf 30 Prozent - ein halber Punkt weniger als in der Vorwoche.

Schäuble schiebt der CSU die Schuld zu

Angesichts dieser desaströsen Umfrageergebnisse wäre es nun an der Zeit für CDU und CSU, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, wie Wähler zurückgewonnen werden können.

Ende Juni wollen die Spitzen beider Parteien langfristige Themen festlegen. Doch das Verhältnis zwischen CDU-Chefin Merkel und dem bayerischen Ministerpräsidenten gilt als nahezu unrettbar zerrüttet.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies die Verantwortung für den Streit allein der CSU zu. "Es gibt nichts Vergleichbares aus der CDU gegenüber der CSU, nicht im Ganzen und nicht gegenüber Einzelnen - null", sagte er dem ZDF.

"Es ist kein Streit, sondern Attacken gegen Merkel"

"Die Formulierung "Streit zwischen Merkel und Seehofer" muss ich zurückweisen. Es sind Attacken gegen Merkel."

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht einen "Zustand erreicht, der der Union im Ganzen schadet".

Meinungsunterschiede sollten nicht immer wieder öffentlich angefeuert werden. Auch weil die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen sei, "könnte die Dezibelstärke der Interviews ebenfalls zurückgeführt werden", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer warf der CDU in der "Bild"-Zeitung vor, sie habe kein Profil. "Wenn sich CDU und SPD immer mehr angleichen, schadet es allen."

"Da hilft keine Paartheraphie"

Außerdem schreibt "Bild", Seehofer vermute ein Komplott im Kanzleramt. "Bis hinein ins Kanzleramt" gebe es Kräfte, die die CSU als "Fehlkonstruktion" betrachteten und beseitigen wollten.

Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) sagte: "Ich bin der festen Überzeugung, dass diese fast wöchentliche Kritik aus München der Union insgesamt schadet."

Die CSU hält Merkel vor, mit ihrer Flüchtlingspolitik verantwortlich zu sein für die sinkenden Umfragewerte der Union. Aus der CDU verlautet, durch die ständigen Attacken von Seehofer auf Merkel kehrten Anhänger der Union den Rücken.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mahnte aber: "Ich habe nicht den Eindruck, und das sollten wir auch nicht den Menschen einreden, dass das Vertrauen der Bürger in die Kanzlerin nicht mehr vorhanden wäre."

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte. Linken-Chefin Katja Kipping kommentiert den Dauerstreit zwischen CDU und CSU vom Rande und spricht von "Auflösungserscheinungen“.

In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Kipping: "Da hilft keine Paartherapie mehr, sondern nur noch die kommende Bundestagswahl."

Mit Material der dpa

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(lk)