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Warum jetzt mehr Menschen von West nach Ost ziehen als umgekehrt

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LEIPZIG
Leipzig boomt. | Steffen Schnur via Getty Images
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  • Erstmals seit der Wiedervereinigung sind deutlich mehr Menschen von West- nach Ostdeutschland gezogen als umgekehrt
  • Dies geht aus einem Bericht des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervor
  • Vor allem Berlin und Teile von Sachsen gelten als besonders attraktiv

Es ist eine überraschende Nachricht, die das ein oder andere gängige Vorurteil vom "ausblutenden Osten" widerlegen dürfte: Erstmals seit der Wiedervereinigung sind deutlich mehr Menschen von den Alten in die Neuen Bundesländer gezogen als umgekehrt.

Das geht aus Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) für die Jahre 1991 bis 2014 hervor, die am Montag in Wiesbaden veröffentlicht wurden. Die Bilanz fällt allerdings regional höchst unterschiedlich aus.

So seien vor allem Berlin und das stadtnahe Umland für Zuzügler aus Westdeutschland besonders attraktiv, hieß es in einer Mitteilung des Instituts. Ohne Berlin wäre die Wanderungsbilanz für Ostdeutschland weiterhin negativ.

Die Städte gewinnen, die Provinz verliert

Im Jahr 2014 zogen demnach 134.765 Menschen von Ost- nach Westdeutschland und 141.966 von West- nach Ostdeutschland - eine Differenz von 7201 zugunsten des Ostens. Klammert man Berlin aus, beträgt die Differenz 3326 Zuwanderer zugunsten des Westens.

Neben dem Berliner Umland, das auch auf Grund der steigenden Mieten in der Hauptstadt zunehmend attraktiver wird, steche Sachsen "mit ganz bemerkenswerten Wanderungsgewinnen für Leipzig und Dresden" heraus, erklärte Bernhard Köppen vom BiB.

"Boomtown" Leipzig

Gerade Leipzig gilt bereits seit einigen Jahren als regelrechte "Boomtown". Mit einem Mix aus vielfältigen Bildungsangeboten, innovativen Unternehmen und Kultur wirbt die Metropole um Neubürger.

Bis zu 600.000 Menschen könnten dort bis zum Jahr 2020 leben, heute sind es knapp 550.000. Leipzigs Aufschwung begann zu Beginn des neuen Jahrtausends, als Porsche und BWM in der Stadt Fabriken eröffneten. Der Bundesligaaufstieg von RB Leipzig dürfte der Stadt noch einmal einen Schub geben.

Dazu passend: 7 Dinge, die im Osten besser sind als im Westen

Die "New York Times" kürte die Stadt bereits vor zwei Jahren zum "New Berlin". Vor allem die verhältnismäßig günstigen Mieten und die große Kunst- und Kulturszene hatten es der "NYT" angetan.

Generell zeige sich, dass vor allem größere Städte mit ihrem Umland attraktiv für Zuwanderer seien. Die weitaus meisten Kommunen im Osten verzeichneten allerdings weiter Abwanderungstendenzen.

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