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"GreenWave": Wie eine Unterwasser-Farm den Hunger in der Welt bekämpfen könnte

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OYSTER FARMING
Die Zukunft der ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft liegt im Meer | Bloomberg via Getty Images
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Zu Land beschäftigt diese Frage Umweltexperten und Landwirte schon länger: Wie kann die Produktion von Lebensmitteln nachhaltiger werden?

Dabei könnte die Antwort die ganze Zeit im Meer gewartet haben: Der amerikanische Fischer Bren Smith hat hier zumindest ein System entwickelt, das die ganze Welt ernähren könnte - ohne die Umwelt zu belasten.

Seine Non-Profit-Organisation "GreenWave" fördert den Anbau von Algen und verschiedenen Meeresfrüchten im Ozean, berichtet Huffington Post USA.

Perfektioniertes System

Das System dahinter klingt zunächst recht simpel: Smiths Team bringt im Meer Seilsysteme an. An vertikalen Seilen wird Seetang angebaut, dazwischen kommen Netze für verschiedenen Muschelarten und darunter Auster-Körbe.

greenwave

Doch dahinter steckt eine geniale Strategie: Jede der hier "angebauten" Arten erfüllt einen Zweck für die Umwelt. So saugen beispielsweise die Algen fünf Mal so viel Kohlendioxid auf wie Pflanzen zu Land - und die Austern helfen dabei, die Stickstoffwerte im Ozean zu reduzieren.

CO2-Bilanz von Null

Weil der Anbau unter Wasser im Gegensatz zu Landbau zudem keinerlei Input bedarf (Dünger, Bewässerung und Co. fallen hierbei natürlich weg) kommt "GreenWave" auf eine CO2-Bilanz von Null.

Aus der Ernte entstehen so Nahrungsmittel, natürliches Düngemittel für den Anbau zu Land, Tierfutter, Kosmetik und Biokraftstoff - ohne die Umwelt in irgendeiner Weise zu belasten.

Und auch diese Bilanz ist beeindruckend: Smiths Team hat berechnet, dass wenn das "Greenwave"-System ausgebaut würde (und etwa eine Unterwasser-Fläche in der Größenordnung des US-Bundesstaats Washington D.C. bebaut würde) man theoretisch durch die Ernte die ganze Welt ernähren könnte.

Zusammenarbeit mit Köchen

Auch wenn dies wohl praktisch nicht umsetzbar wäre: Experten sehen großes Potenzial im Unterwasser-Anbau. Letztes Jahr erhielt "GreenWave" den "Fuller Preis"– den renommiertesten Preis im Bereich Nachhaltigkeit, berichtete die britische Nachrichtenseite "The Guardian".

In Zukunft soll das System weltweit Anwendung finden. Das volle Potenzial von Unterwasseranbau wird allerdings erst dann erschöpft werden könne, wenn sich unsere Ernährung ändert.

Denn von über 10.000 essbaren Unterwasserpflanzenarten finden bis jetzt nur wenige ihre Wege auf unsere Teller. Aktuell arbeitet "GreenWave" deshalb an einer Zusammenarbeit mit internationalen Köchen, die neue Rezepte mit Unterwasserpflanzen entwickeln sollen.


Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

Das ist gar nicht schwer. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org stellt die Huffington Post Projekte vor, die jeder von Euch unterstützen kann.

Es ist eines der beeindruckendsten Projekte überhaupt: Um der Klimakrise entgegen zu wirken, haben die Kinder von Plant-for-the-Planet das Ziel, bis 2020 weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Hier könnt ihr das Projekt unterstützen.

Noch immer werden Elefanten wegen ihrer kostbaren Stoßzähne abgeschlachtet. Zurück bleiben verstörte Jungtiere. Um die kümmert sich die Aktionsgemeinschaft Artenschutz, die ihr hier unterstützen könnt.

Das Projekt OroVerde - Die Tropenwaldstiftung hilft, eines der wertvollsten Regenwaldgebiete Guatemalas zu erhalten - indem Menschen aus aller Welt Bäume kaufen. Hier geht es weiter zum Projekt.

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