Huffpost Germany

Unwetter: Vier Tote nach Überschwemmungen in Baden-Württemberg

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Bei schweren Überschwemmungen in Baden-Württemberg sind vier Menschen ums Leben bekommen
  • Unter den Toten ist ein Feuerwehrmann, der bei einem Bergungsversuch ums Leben kam

In Baden-Württemberg sind in der Nacht zum Montag vier Menschen durch Überschwemmungen ums Leben gekommen, darunter ein Feuerwehrmann und ein 13-jähriges Mädchen, das Schutz vor dem regen suchte und von einem Zug erfasst wurde.

Der Krisenstab im Innenministerium bestätigte die Todesfälle. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Schwäbisch Gmünd kam der Feuerwehrmann bei einem Bergungsversuch ums Leben, auch die zu bergende Person sei vermutlich tot.

Die Identität der Opfer war zunächst unklar. In Weißbach im Hohenlohekreis sei zudem ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage gestorben. Außerdem gebe es mehrere Verletzte, sagte der Sprecher weiter. Am Bahnhof der Stadt sei wegen des hohen Risikos durch das Hochwasser eine Bergung von Menschen noch nicht möglich.

"Immense Schäden" durch Überschwemmungen

Auch der kleine Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs wurde durch eine Überschwemmung schwer getroffen. Das zuständige Polizeipräsidium Aalen sprach von erheblichen Schäden an Häusern, nachdem der örtliche Fluss über die Ufer getreten war. Es habe aber keine Toten oder Verletzten gegeben, hieß es zunächst. Der Ort sei großräumig abgesperrt.

Auf Fotos lokaler Medien im Internet waren Straßen zu sehen, die reißenden Flüssen glichen. Autos wurden vom Schlammwasser mitgerissen, türmten sich verkeilt übereinander und wurden teilweise in Schaufenster von Geschäften geschleudert. Bei einigen Häusern stand das Wasser offensichtlich bis in Höhe der untersten Fenster.

Ein Haus wurde durch die Wassermassen zerstört, wie der Erste Landesbeamte des Kreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, am frühen Montag sagte. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren.

KEIN UNWETTER-ENDE IN SICHT: IN DIESEN KREISEN GILT HEUTE ALARMSTUFE ROT


Teilweise weigerten sich Bewohner, ihre Häuser zu verlassen. Bislang sei nicht bekannt, dass Menschen in dem Ort ernsthaft zu Schaden gekommen seien. Strom, Wasser und Abwasser funktionierten in dem Ort nicht mehr

"Es sieht düster aus, wirklich schlimm"

"Auch andere Orte und umliegende Landkreise sind von dem Unwetter betroffen", sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Stuttgart. Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot auf dem Weg in die Region.

"Hier ist alles im Einsatz, was laufen kann", sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn. "Es sieht düster aus, wirklich schlimm." Der Ort Braunsbach im Kreis Schwäbisch-Hall liegt rund zehn Kilometer von der gleichnamigen Kreisstadt entfernt. Der Ort hat gut 900 Einwohner.

Auch die Region Ansbach wurde schwer getroffen

Auch in der bayerischen Region Ansbach und in Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch kam es zu schweren Schäden. In der Region seien nach einem Gewittersturm auf der Frankenhöhe Straßen überflutet und Autos mitgerissen worden.

Auch viele Keller in der Region liefen voll, wie ein Sprecher der Integrierten Rettungsleitstelle Ansbach am Morgen mitteilte. Menschen wurden nach vorläufigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Besonders schwer betroffen waren den Angaben zufolge mehrere Ortsteile von Flachslanden nördlich von Ansbach. Dort seien nach Überschwemmungen einige Häuser einsturzgefährdet.

Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und Tübingen gefährdet

Einsatzkräfte und Feuerwehr versuchten, die Gebäude zu sichern, wie die Leitstelle mitteilte. Auch mehrere Autos seien von den Fluten der über die Ufer getretenen Fränkischen Rezat mitgerissen worden.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verlängerte die Unwetterwarnung vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Sturmböen bis Montag, 7.00 Uhr.

Besonders gefährdet seien demnach die Regierungsbezirke Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und Tübingen. Zu erwarten seien demnach um die 30 Liter pro Quadratmeter Regen pro Stunde sowie Sturmböen mit 70 Stundenkilometern. Es gebe zudem eine extreme Gefahr durch Blitzschlag und Überflutungen.

UPDATE 10.40 Uhr: Der Artikel wurde um die neuesten Entwicklungen ergänzt.

Mit Material der dpa

Auch auf HuffPost:

Der Junge wurde missbraucht - was die Biker dann vor seinem Haus taten, ist Anarchie


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

(Ben)