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Grüne fordern Moscheen in jedem Stadtteil

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ALNURMOSCHEE
Die neue Moschee der Al-Nour-Gemeinde in Hamburg soll 2017 fertiggestellt werden | dpa
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  • Die Grünen-Politikerin Stefanie von Berg fordert mehr Moscheen für Hamburg
  • 150.000 Muslime haben dort nur rund 50 Gebetsstätten zur Verfügung
  • Bemängelt wird zudem der Zustand und die Lage vieler Moscheen

Die Grünen plädieren für mehr Moscheen in Hamburg. Denn auf rund 150.000 Muslime, die in der Hansestadt leben, kommen derzeit nur rund 50 Moscheen und Gebetsräume. Zudem befinden sich viele der Gebetshäuser wohl in schlechtem Zustand.

"Ich finde, wir müssen wirklich für alle Stadtteile Moscheen haben", sagte die religionspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion, Stefanie von Berg, auf einer Veranstaltung in der ehemaligen Kapernaum-Kirche in Hamburg-Horn.

"Moscheen platzen aus allen Nähten"

Auf Twitter forderte von Berg deshalb dazu auf, mit der Planung der neuen Bauten zu beginnen.

Viele der verfügbaren Moscheen platzten aufgrund des großen Andrangs aus allen Nähten, erklärte der Archiktekt Joachim Reinig. Er hatte vor drei Jahren eine Studie zu den verfügbaren Gebetshäusern erstellt.

Die Kritik der CDU, in Hamburg-Willemsburg solle eine Mega-Moschee gebaut werden, wies Reinig scharf zurück. Hier sei lediglich eine Stadtteilmoschee geplant, die Platz für 300 bis 400 Gläubige bieten solle. Das sei "völlig angemessen" für das Viertel.

Moscheen bieten Möglichkeit auf "wichtigste Integrationsarbeit"

Wer etwas gegen Parallelgesellschaften unternehmen wolle, müsse sichtbare Moscheen bauen, sagte Reinig im Interview mit dem "Hamburger Abendblatt". Sie dienten der Stabilisierung, der "Stärkung der Herkunftskultur" und der "Transformation von Heimat".

Es gebe Kinder- und Jugendarbeit, Nachhilfe und Computerkurse, Rechtsberatungen und "Hilfe beim Ausfüllen deutscher Formulare". Das sei "wichtigste Integrationsarbeit", die endlich gewürdigt werden müsse. "Und die muslimischen Frauen stricken und häkeln wie bei jedem christlichen Gemeindebasar," sagte Reinig dem Blatt.

Von Berg sprach gegenüber dem Blatt von "Versäumnissen von Jahrzehnten". Viele der Moscheen in Hamburg befänden sich in Hinterhöfen und seien "wenig einladend".

"Außen Kirche - innen Moschee"

Andere Moscheen sind wohl schlicht überfüllt. Dieses Problem zeigt sich am Beispiel der Al-Nour-Moschee in St. Georg. Laut Informationen der "Welt" besuchen rund 2.500 Gläubige jeden Freitag das Gebetshaus. Wegen Überfüllung beteten die Menschen hier teilweise in zwei Schichten und sogar vor dem Gebäude auf der Straße, heißt es in dem Bericht.

Die Al-Nour-Gemeinde hatte deshalb bereits 2012 die ehemalige evangelische Kapernaum-Kirche in Hamburg-Hamm erworben. 2014 begann der Umbau unter dem Motto "Außen Kirche - innen Moschee".

Entstehen soll hier eine "zentralen interreligiösen Begegnungsstätte", sagte Daniel Abdin, Vorsitzender der Gemeinde, dem "Hamburger Abendblatt". Bisher fehlen jedoch noch die finanziellen Mittel. um den Bau fertigzustellen, berichtet das Blatt weiter.

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