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Jérôme Boateng: Gaulands Ausfall kommt für Petry wie gerufen

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GAULAND PETRY
Der Konfikt zwischen AfD-Vize Gauland und Frauke Petry wird immer offensichtlicher | PHILIPP GUELLAND via Getty Images
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  • AfD-Vize Alexander Gauland sorgt mit seinen Äußerungen über Jérôme Boateng für Wirbel
  • Auch in der AfD selbst gibt es Streit wegen der Äußerungen
  • Frauke Petry nutzt den Eklat für einen Machtkampf in der Führungsriege der Partei

Der Skandal um die Worte des AfD-Vize Alexander Gauland über den Nationalspieler Jérôme Boateng kommen für AfD-Chefin Frauke Petry wie gerufen. Sie nutzt sie, um sich gegen ihre Kritiker aus dem rechten Flügel der Partei zu wehren.

Gauland räumte der gegenüber der "Bild"-Zeitung ein: "Frau Petry hat mich angerufen und sich sehr kritisch über die Berichterstattung geäußert."

Deutlicher wurden andere Politiker aus dem Gremium: In AfD-Vorstandskreisen war von einer "Kriegserklärung Petrys an Gauland" die Rede, wie die Zeitung erfuhr.

Ein Machtkampf über die Ausrichtung der rechtspopulistischen Partei

Es geht um viel mehr als nur die Beleidigung eines Fußballers. An dieser Auseinandersetzung zeigt sich ein parteiinterner Machtkampf über die Ausrichtung der rechtspopulistischen Partei. Gauland repräsentiert den rechten Rand der AfD, während Petry einen moderaten Kurs einschlagen will.

Am Sonntag hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") Gauland mit den Worten "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben", zitiert.

Gauland bestritt am Sonntag, sich über den dunkelhäutigen Fußballer als Person geäußert zu haben, was die Zeitung zurückwies. Politiker aller anderen Parteien und Fußballfunktionäre reagierten empört.

Petry sieht in dem Vorfall offenbar eine Gelegenheit, den Einfluss Gaulands in der AfD einzuschränken. Sofort nach Bekanntwerden des Zitats hatte sie sich bei Boateng entschuldigt.

Petry entschuldigt sich bei Boateng

Sie sagte der "Bild": "Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.“

Petry versucht mit ihrem Lebenspartner, dem NRW-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell, die AfD vom ultrarechten Rand abzugrenzen. Doch Gauland steht ihr bei diesem Vorhaben im Weg. Im Dezember hatte sie versucht, den Bundesvorstand davon zu überzeugen, den umstrittenen thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke zum Rücktritt zu bewegen - und scheiterte.

Höcke stellt sich zunehmend öffentlich gegen Petry. Der Bundesvorstand um Petry hatte beschlossen, dass die AfD sich von der Dresdner Pegida-Bewegung abgrenzen solle. Gauland enthielt sich bei dieser Entscheidung.

Höcke ignorierte diese Entscheidung des Vorstands einfach und lud den Pegida-Vize Siegfried Däbritz zu einer AfD-Demonstration gegen den Bau einer Moschee in Erfurt ein. Der hatte zuvor Muslime als "Kamelwämser" bezeichnet und den Islam als "Krankheit".

Gauland stellt sich hinter Höcke

"Erfahrungsgemäß geht die Zeit über viele Parteibeschlüsse schnell hinweg. Es ist alles ins Rutschen gekommen", sagte Höcke dem "Spiegel".

Erst einen Tag vor Bekanntwerden seines Boateng-Zitats hatte sich Gauland hinter den Thüringer gestellt. Gauland sagte der "Bild am Sonntag": "Herr Höcke hat mit seinen Demonstrationen viele Menschen an die AfD gebunden und leistet enorm viel für die Partei. Er hat deshalb ein gutes Recht, auch mal von einem Vorstandsbeschluss abzuweichen"

Was Petry sagt, kann also nach Ansicht von Gauland und Höcke schlicht ignoriert werden.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(ben)