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"Schizophren und verrückt": Heiner Geißler findet deutliche Worte für CSU-Chef Seehofer

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HEINER GEILER BT SCHARFE KRITIK AN DER CSU
Ex-Generalsekretär der CDU Heiner Geißler übt scharfe Kritik an der CSU | Alex Domanski / Reuters
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  • Ex-CDU-Generalsekretär Geißler übt scharfe Kritik an CSU-Chef Horst Seehofer
  • Die CSU sei zum Stichwortgeber für die Rechtspopulisten geworden
  • Die Behauptung, die CSU könne möglicherweise im gesamten Bundesgebiet als Partei antreten, hält Geißler für "absurd"

Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler: "Die CSU ist leider zum Stichwortgeber für die Rechtspopulisten geworden."

CSU-Chef Seehofer schade damit der Gesamtunion. Aus Geißlers Sicht bekämpft die CSU "mit ihren Drohungen und finalen Ultimaten nicht mehr den politischen Gegner, sondern das eigene Lager".

"Das wäre Strauß nie eingefallen"

Ein Vergleich der heutigen Situation mit früheren Streitigkeiten zu Zeiten von Helmut Kohl (CDU) und Franz Josef Strauß (CSU) sei laut Geißler unangemessen. Strauß sei "zu gescheit und grundsätzlich zu sehr ein Mann der Union" gewesen, als dass es zu "herabsetzenden Angriffen auf die eigene Regierungschefin" gekommen wäre.

Geißler kritisiert außerdem die "massiven Störfeuer ohne jede Rücksicht auf die schweren Wahlkämpfe der Schwesterpartei" in den Bundesländern.

"Angriffe auf die Bundesregierung sind schizophren und verrückt"

Behauptungen, die CSU könne möglicherweise im gesamten Bundesgebiet als Partei antreten, hält Geißler für "absurd". Das Gegenteil sei der Fall: "Es wäre für die CDU ein Leichtes, der CSU in Bayern Konkurrenz zu machen."

Begriffe wie "unkollegial" oder "unfair" würden Seehofers Verhalten noch "zu harmlos" beschreiben. Die CSU habe im Kabinett und im Bundestag "allen flüchtlingspolitischen Entscheidungen zugestimmt". Die Angriffe auf die Bundesregierung seien deshalb "schizophren und verrückt".

"Die CDU muss das menschliche Gesicht wahren"

Die CDU zeichnet sich laut Geißler durch zwei Kernaspekte aus: der Fundierung auf dem christlichen Menschenbild und Europa. Bei der Flüchtlingspolitik sei beides relevant. "Die CDU muss das menschliche Gesicht wahren und kann nicht Antworten geben, wie rechtsradikale Parteien das tun."

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