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Was Steven Spielberg über die Flüchtlingskrise sagt, ist wunderbar richtig

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Er hat 37 Jahre gebraucht, um sein Studium abzuschließen, trotzdem durfte er letzten Donnerstag eine Rede auf der Abschlussfeier der renommierten Harvard-Universität halten: der weltberühmte Regisseur Steven Spielberg.

Der 69-Jährige wurde als junger Mann mehrere Male von den Universitäten abgelehnt und ist nun trotzdem – gemessen am Einspielergebnis seiner Filme – der bis heute erfolgreichste Regisseur und Produzent mit Filmen wie "Jurassic Park", "Der Soldat James Ryan" und "Schindlers Liste".

„Helden und Bösewichte sind keine Konstrukte“

In seiner Rede gab der Schöpfer von "E.T." und "Indiana Jones" den Absolventen Anstoß zum Nachdenken: „Mein Job ist es, eine Welt zu erschaffen, die zwei Stunden dauert. Euer Job ist es, eine Welt zu erschaffen, die für immer hält“, sagte er.

Sie sollen mit anderen Worten Geschichte machen – und das Geschehen selbst in die Hand nehmen: „Helden und Bösewichte sind keine literarischen Konstrukte, sie sind in jedem geschichtlichen Ereignis zu finden“, sagte er. Deshalb sei es so wichtig, auf die innere Stimme zu hören.

Diese innere Stimme habe Oskar Schindler - der etwa 1200 Juden vor der Ermordung durch die Nazis rettete – dazu gebracht, die „korrekten moralischen Entscheidungen zu treffen“.

"Die Welt ist voller Monster"

Das allein reiche aber noch nicht aus: „Liebe, Unterstützung, Mut und Intuition - alle diese Dinge sind in eurem Helden-Gepäck. Aber ein Held braucht noch etwas: einen Bösewicht, um ihn zu beseitigen“, so Spielberg weiter. „Und ihr habt alle Glück: Diese Welt ist voller Monster.“

Als Monster bezeichnet Spielberg Rassismus, Homophobie und Hass – politisch, ethnisch und religiös motivierten Hass.

„Es gibt keinen Unterschied zwischen Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie und anderen Formen der Diskriminierung“, sagte er. „Es ist alles einfach nur Hass.“

"Wir gegen die Anderen"

Dieser Hass entstehe durch eine Mentalität des „Wir gegen die Anderen“. Man denke dabei immer in zwei gegensätzlichen Kategorien. Spielberg dagegen schlägt vor: „'Uns' und 'Sie' werden zu 'Wir', wenn wir miteinander in Kontakt kommen, wenn wir den Glauben haben, dass wir alle zum gleichen Stamm gehören und indem wir Empathie für jede Seele empfinden.“ Man müsse den Hass mit Menschlichkeit bekämpfen.

„Ich habe mir verschiedenste Formen der Zukunft in meinen Filmen ausgedacht, aber ihr werdet die wirkliche Zukunft bestimmen. Und ich hoffe, sie ist voller Gerechtigkeit und Frieden“, appellierte Spielberg an die Absolventen zum Abschluss seiner Rede. “Ich hoffe, dass ihr schneller rennt als Tyrannosaurus Rex, den Bösewicht fangt und - euren Eltern zuliebe - immer wieder mal wie 'E.T.' nach Hause kommt."

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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