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Ökonomen: Warum sich die Deutschen auf eine Rente mit 73 einstellen müssen

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RENTE
Rente mit 73: Ökonomen des DIW sagen voraus, dass die Deutschen fast bis zum Lebensende arbeiten müssen | Getty iStock
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  • Die Deutschen sollen sich schon einmal auf die Rente mit 73 einstellen, prognostizieren Experten
  • Ein großer Teil der Deutschen müsse künftig sogar fast bis zum Lebensende arbeiten, sagen sie voraus
  • In der Regierung gibt es vermehrt Streit um das Renteneintrittsalter

Die Rente könnte das Thema der nächsten Bundestagswahl werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Ende April zwar betont, die Diskussion um die Alterssicherung aus dem Wahlkampf heraushalten zu wollen - doch das dürfte eine Utopie sein.

Der Grund: SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hatten zuletzt Druck auf Merkel ausgeübt, indem sie sich gegen eine zu starke Senkung des Rentenniveaus wandten. Wenn Merkel im Wahlkampf keine Wähler verlieren will, wird sie das Thema auf die Agenda nehmen müssen.

Ökonomen sagen Rente mit 73 voraus

Zusätzliche Brisanz dürfte die Rentendebatte jetzt durch eine neue Prognose des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) erhalten, aus der die "Welt" zitiert. Demnach müssen sich die Deutschen darauf einstellen, in Zukunft erst mit 73 Jahren in Rente gehen zu können.

Was die IW-Ökonomen errechnet haben, dürfte viele beunruhigen:

  • Laut den Experten muss die Zahl der aktiv Arbeitenden in Zukunft vergrößert werden. Der Grund: Nur so könne verhindert werden, dass immer mehr Rentner von immer weniger Erwerbstätigen "durchgefüttert" würde, zitiert das Blatt aus der Studie. Laut IW lässt sich das nur erreichen, indem die Deutschen deutlich länger arbeiten.
  • Die Prognose hat es in sich: Im Jahr 2030 soll das Renteneintrittsalter bereits bei 69 und 2035 bei 71 Jahren liegen. Ab 2041 dann könnte es laut IW bei 73 Jahren konstant gehalten werden.
  • Gehe man davon aus, dass ein heute 40-jähriger Mann eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79 Jahren hat, würde das laut der IW-Prognose bedeuten: Arbeiten bis kurz vor dem Lebensende. Er hätte also nur noch sechs Jahre, um seine Rente auszugeben.
  • Die Rentenbezugsdauer (sechs Jahre) würde damit auf ein historisches Rekordtief fallen, berichtet die "Welt". Zum Vergleich: Der bisherige Tiefstand datiert aus dem Jahr 1960, als Männer im Schnitt nur 9,9 Jahre zwischen Renteneintritt und Lebensende hatten. Heute liegt der Wert für Männer im Durchschnitt noch bei 19,3 Jahren, für Frauen bei 21,4 Jahren.

Das Thema Rente war zuletzt in der Bundesregierung immer häufiger Ursache heftiger Debatten. In der CDU war zuletzt der Ruf nach einer Anhebung des Rentenalters lauter geworden.

Nach der Jungen Union (JU) regen mittlerweile auch CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn und der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Karl Laumann, an, das Renteneintrittsalter ab 2030 nicht mehr starr festzuschreiben, sondern entsprechend der Lebenserwartung ansteigen zu lassen.

Finanzminister Schäuble spricht sich für späteren Rentenbeginn aus

Vergangenen Monat hatte JU-Chef Paul Ziemiak vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter ab 2030 schrittweise von 67 auf 70 Jahre anzuheben.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist für einen späteren Rentenbeginn in Deutschland. Er glaube, es sei relativ sinnvoll, die Lebensarbeitszeit und die Lebenserwartung in einen fast automatischen Zusammenhang auch in der Rentenformel zu bringen, sagte er kürzlich in Berlin.

Mit Material der dpa

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