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Höxter: Wilfried W. soll seine Folter-Opfer mit Handys gefilmt haben

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HOEXTER
Im Haus von Wilfried W. in Höxter wurden mindestens acht Frauen misshandelt, zwei starben | Alexander Koerner via Getty Images
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  • Nach einem Zeitungsbericht hat der Frauenquäler aus Höxter Folter-Videos gedreht
  • Gleichzeitig werden Vorwürfe gegen die Polizei laut
  • Offenbar hätte die schon 2012 die Morde verhindern können

Im Fall der misshandelten und getöteten Frauen im ostwestfälischen Höxter wurden neue Details bekannt. Der Tatverdächtige hat die Misshandlungen offenbar auch auf Video festgehalten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Nach Angaben der Tageszeitung beschlagnahmte die Kriminalpolizei 15 Handys. Auf den Geräten wurden Aufnahmen von insgesamt acht Frauen gefunden.

Die Bilder wurden der geständigen Partnerin und Ex-Frau des Tatverdächtigen vorgelegt. Ihr Anwalt Peter Wüller sagte der "Bild": "Sie hat alles bestätigt. Diese Bilder und Videos sind furchtbar. Man sieht leblos wirkende Frauen, die gefesselt und nackt auf dem Boden liegen."

Der Körper seiner Madantin sei übersät mit alten, nicht behandelten Verletzungen. "Er quälte sie mit einem glühenden Schürhaken, mit einer Lötlampe und einer Herdplatte. Bei Autofahrten goss er ihr heißen Tee in den Schoß, wenn sie angeblich etwas falsch machte", zitiert die "Bild" den Anwalt.

Hätte die Polizei die Morde schon 2012 stoppen können?

Nach Angaben des Anwalts wird die Auswertung der Bilder Monate dauern.

Unterdessen geht die Polizeidirektion Göttingen dem Vorwurf nach, niedersächsische Beamte hätten die tödlichen Misshandlungen zweier Frauen möglicherweise verhindern können.

Dazu passend: Fall Höxter - das schockierende Selbstbild des Tatverdächtigen

Es seien "alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um den Sachverhalt aufzuklären", sagte Polizeipräsident Uwe Lührig am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Rechtsanwalt des tatverdächtigen Wilfred W. hatte im "Westfalen-Blatt" den Vorwurf erhoben, W. und dessen Ex-Frau hätten bereits 2012 - lange vor dem Tod der Frauen - auffliegen müssen.

Täter-Paar ging mit seinem Opfer zu Polizei

Sie seien damals mit einem anderen Opfer, das sie anschließend hätten freilassen wollen, zur Polizei in Uslar gefahren, um sich eine Unterschrift der Frau bezeugen zu lassen.

Sie habe unterschreiben sollen, dass sie sich freiwillig in dem Haus des Paares aufgehalten habe. Die Polizei habe dies abgelehnt, ohne mit dem Opfer zu sprechen. Andernfalls, so der Anwalt, wäre das Paar wohl schon damals aufgeflogen.

Göttingens Polizeipräsident Lührig wollte sich zu dem Vorwurf nicht konkret äußern: Es handele sich um ein schwebendes Ermittlungsverfahren des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Justizbehörden in Nordrhein-Westfalen. Aus Polizeikreisen hieß es, man halte den Vorwurf des Rechtsanwalts für wenig plausibel.

Der 46 Jahre alte Verdächtige W. und seine 47 Jahre alte Ex-Frau hatten jahrelang Frauen per Kontaktanzeige nach Höxter gelockt.

Laut den bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von acht Opfern aus, zwei Frauen aus Niedersachsen kamen ums Leben.

Mit Material der dpa

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