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Ein Vater erwischt seine Tochter mit einem nackten Jungen auf dem Sofa - das ist seine Reaktion

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VATER ERWISCHT TOCHTER
Junge und Mädchen im Bett (Symbolbild) | Thinkstock.com
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Es ist wohl der Albtraum jedes Vaters: Die eigene Tochter in einer unmissverständlichen Situation mit einem Mann zu erwischen. Ein russischer Papa wählte seinen ganz eigenen Weg, damit umzugehen. Und am Ende kam noch soviel mehr dabei heraus. Er erzählte seine lustige und bewegende Geschichte auf dem Portal "Reddit":

"Englisch ist nicht meine Muttersprache, bitte seid nachsichtig. Eines Morgens kam ich die Treppe runter und sah diese Szene zwischen meiner 17-jährigen Tochter und einem jungen Mann. Sie lagen schlafend auf dem Sofa, es sah aus als hätten sie eine "harte Nacht" hinter sich. Ich machte ganz leise Frühstück, ging hoch und sagte meiner Frau und meiner anderen, jüngeren Tochter, dass sie leise sein sollen, weil die anderen noch schliefen. Unser Esstisch ist auf der anderen Seite des Raumes, etwa sechs Meter von der Couch entfernt, aber direkt ihr gegenüber.

Wir setzten uns alle hin und ich rief: "JUNGER MANN". Noch niemals habe ich jemanden so schnell aufwachen und hochschrecken sehen. "Frühstück ist fertig", sagte ich in einem Tonfall, der klang, als würde ich gern seine Seele aus seinem Körper saugen. Durch sein linkes Ohr. Ich zog den Stuhl neben mir heran. "Setz dich!" Meine Familie war still, alle starrten auf ihre Teller und rührten sich nicht.

Es müssen die schwersten sechs Meter gewesen sein, die ein nackter junger Mann zurücklegen kann. Er versuchte, seine, zugegeben sehr beeindruckende, Morgenerektion zu verstecken. Meine jüngste Tochter staunte über das besagte beste Stück. Meine Frau auch. Nachdem er seine Kleidung angezogen hatte, die neben dem Esstisch lag, setzte er sich hin.

Mein Sohn klopfte ihm auf die Schulter, sah ihm in die Augen, seufzte und schüttelte den Kopf. Inzwischen war er sehr, sehr nervös. Man konnte es fast riechen. In meinem besten russischen Akzent sagte ich: "Mein Freund, ich werde dich etwas fragen. Die Antwort ist sehr wichtig... für dich...". Zu diesem Zeitpunkt schwitzte er. "Magst du Katzen?"

Er war ein sehr liebenswerter und freundlicher Kerl. Er war offensichtlich nicht gebildet, aber auch nicht dumm. Etwas an ihm kam mir seltsam vor. Meine Tochter versicherte mir, dass er sehr nett und aufmerksam war. Sie kannte ihn zu diesem Zeitpunkt seit einem Monat. Nach jenem Morgen kam er jeden Tag vorbei, er blieb aber nie über Nacht.

Jeden Morgen holte er sie mit seinem Fahrrad ab, um sie zur Schule zu bringen. Nach der Schule brachte er sie heim und achtete darauf, dass sie ihre Hausaufgaben machte. Er kümmerte sich um sie, wenn sie krank war und wenn wir bei der Arbeit waren. Er kümmerte sich wirklich. Er investierte Zeit und scheute sich vor keinem Aufwand. Er hatte eine Engelsgeduld, wenn sie ihre Stimmungsschwankungen hatte.

Er sagte, dass er keine Familie habe, keine Ausbildung, keinen festen Job. Sie vergöttert ihn. Er vergöttert sie. Welches Recht habe ich, sie davon abzuhalten, ihre eigenen Fehler zu machen?

Nachdem die beiden etwa acht Monate zusammen waren, kam mein Sohn zu mir. Er hatte sich über ihn schlau gemacht. Es stellte sich heraus, dass der Junge obdachlos war. Sein gewalttätiger Vater hatte sich umgebracht. Seine Mutter war süchtig nach Crack und verschwand drei Wochen später.

Sie hatten in einem gemieteten Wohnwagen gelebt. Er war damals 15 und überlebte drei Jahre lang auf der Straße. Er schlief im Park, bei der Wohlfahrt, bei "Freunden", in schäbigen Hotels. Er jobbte immer mal wieder auf Baustellen. Meine Tochter lernte ihn in der Reitschule kennen, wo er Scheiße wegschaufelte. Er sieht gut aus und, naja, ihr wisst schon ... ein 17-jähriges Mädchen ... Hormone ...

Jetzt befand ich mich also in dieser Lage. Ich kannte einen jungen Mann, der 18 Jahre alt war. Der höflich war, der immer lächelte, wenn er den Raum betrat. Der sich für andere einsetzt. Der hilft, ohne dass man ihn darum bitten muss. Der meine Tochter glücklich macht. Er war ein Kind, das nie Kind sein durfte. Er hatte einen meist abwesenden und manisch Depressiven als Vater und eine Drogenabhängige als Mutter. Manchmal gaben ihm die Nachbarn zu essen, meistens war er hungrig.

Manchmal, wenn er nicht vorbeikommt, weil er arbeitet, vermissen wir ihn. Mein Sohn und er sind keine Kumpel, aber sie kommen sehr gut miteinander aus. Meine jüngste Tochter vertraut ihm bedingungslos und er hatte bei meiner Frau mütterliche Instinkte geweckt. Und ich? Ich sorge mich manchmal um ihn. Ich will, dass er glücklich ist.

Ich erzählte meiner Frau und meiner jüngsten Tochter, was ich über ihn erfahren hatte. Sie weinten. Es war schwer für mich, es ihnen zu sagen. Ich war enttäuscht von meiner älteren Tochter. Sie wusste es. Sie hätte es uns sagen sollen. Sie liebt ihn und lässt ihn jeden Abend gehen ... wohin??? (herzloses Luder)

Am nächsten Tag gab ich ihm einen Schlüssel zu unserem Haus. Ich sagte ihm, dass ich ihn ab jetzt jeden Abend zu Hause erwarte. Zu Hause. In den darauf folgenden Wochen richteten wir unser freies Zimmer her und gingen mit ihm Möbel kaufen.

Er war gut in handwerklichen Dingen. Er wollt sein eigener Chef sein. Er baute gern Dinge. Wir sorgten dafür, dass er eine Ausbildung bekam, die ihm genau das ermöglichte. Das war im Jahr 2000. Jetzt, 15 Jahre später, führen mein gefundener Sohn und meine Tochter ein erfolgreiches Unternehmen. Sie schenkten uns im vergangenen Jahr Enkelkinder. Zwillinge. Ein Mädchen und ein Junge."


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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