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Vier Mal "Völkermord": Bundestag brüskiert Erdogan

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UERKEI
dpa
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  • In einem gemeinsamen Antrag sprechen die Bundestagsfraktionen aus Union, SPD und Grüne gleich vier Mal von einem Völkermord der Türken an den Armeniern
  • Aus Rücksicht auf die Türkei hatte es die deutsche Politik lange Zeit vermieden, von einem Völkermord zu sprechen

Mehr als 100 Jahre ist es mittlerweile her, doch nun nennt auch die deutsche Politik das Unrecht ganz offen beim Namen: Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD sprechen in einem gemeinsamen Antrag mit den Grünen zu den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich vor rund 100 Jahren insgesamt vier Mal von "Völkermord".

Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, trägt der Textentwurf des Antrags, der am kommenden Donnerstag im Bundestag zur Abstimmung gestellt werden soll, den Titel: "Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916".

"Beispielhaft für die Geschichte"

In dem Papier heißt es, das Schicksal der mehr als eine Million ethnischen Armenier stehe "beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20. Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist".

In der Begründung ist zu lesen: "Zahlreiche unabhängige Historiker, Parlamente und internationale Organisationen bezeichnen die Vertreibung und Vernichtung der Armenier als Völkermord.“ Die Türkei weigert sich bis heute, die Vorkommnisse während des Ersten Weltkriegs als Völkermord anzuerkennen.

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