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Frankreich: E-Mails nach Feierabend und am Wochenende sind bald illegal

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Unerreichbar nach Feierabend? | Peter Beavis via Getty Images
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  • Frankreich will Unerreichbarkeit nach Feierabend gesetzlich regeln
  • In Deutschland diskutieren Dax-Konzerne ähnliche Schritte

Frankreich will einen radikalen Schritt gehen, der jeden Arbeitnehmer betreffen wird.

Als Teil der Arbeitsrechtreform, die bis zum Ende des Jahres verabschiedet werden soll, soll es verboten sein, nach der Arbeit E-Mails zu senden. Dies soll sowohl nach Feierabend als auch am Wochenende gelten.

Verhaltensrichtlinien durch Gewerkschaften bestimmt

Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten sollen mit den Gewerkschaften dazu Verhaltensrichtlinien aushandeln. Kleinere Firmen müssen ihre entsprechenden Grundsätze veröffentlichen.

Die Idee kam bereits Anfang des Jahres auf. Damals hatte Bruno Mettling, Personalvorstand des Telekommunikationsunternehmens Orange, das sogenannte "Recht zum Abschalten" in einem Expertenbericht zu den Folgen der Digitialisierung vorgeschlagen.

"Man darf einem Angestellten nicht vorwerfen können, dass er um 23 Uhr nicht vernetzt war, um über ein Treffen am nächsten Morgen um neun Uhr informiert werden zu können", zitierte ihn die "Welt" in einem Bericht vom Februar.

"Die Digitalisierung bringt Chancen und Risiken"

Die Digitalisierung berge neben Chancen eben auch Risiken, so Mettling. Dabei sei die größte Gefahr, dass die mit ihr verbundene ständige Vernetzung das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben zerstöre.

Das Gefühl, auch nach Feierabend ständig erreichbar sein zu müssen, könne leicht zu einem Burn-out führen.

"Man wird niemanden davon abhalten können, online zu bleiben", sagte Jean-Luc Molens von der Gewerkschaft CGT im Interview mit der "Welt".

"Reeles Risiko für die Gesundheit"

"Aber es muss gewisse Vorkehrungen geben, denn die übermäßige Online-Präsenz stellt ein reelles Risiko für die Gesundheit dar und der Arbeitgeber hat die Pflicht, die Gesundheit seiner Angestellten zu schützen."

In Deutschland haben große Betriebe wie Daimler, BMW und Allianz bereits firmeninterne Vorkehrungen getroffen, um Mitarbeitern das Recht zu gewähren, nach Feierabend unerreichbar sein zu können.

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