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Was Restaurant-Gäste auf der Rechnung fanden, kostete vier Menschen den Job

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Dass man als Servicepersonal in Restaurants auch mit unangenehmen Gästen konfrontiert ist und obwohl man innerlich kocht, eine freundliche Miene aufsetzen muss, ist sicher nicht immer angenehm.

Manche lassen Dampf bei den Kollegen ab, andere erzählen zu Hause ihren Liebsten von den Ärgernissen in der Arbeit. Doch wie dieser Kellner aus den USA reagierte, war wohl die denkbar ungünstigste Variante.

Die Servicekraft aus dem asiatischen Restaurant Chang in Arlington, Virginia, vermerkte auf der Rechnung in einer eigentlich privaten Notiz vergangenen Samstag Beleidigungen der Gäste.

Kellner nahm den Gästen die Kritik übel

Zuvor hatte einer der Männer aus einer Vierer-Gruppe beklagt, dass der Reis in einer großen Schüssel serviert werde und nicht wie in China in einzelnen Gefäßen für jeden Besucher - dabei würde das Restaurant sich doch auch auf die Fahnen schreiben, authentische Küche zu servieren. Das erzählte er im Nachhinein der "Washington Post".

Der Kellner habe ihm daraufhin kleinere Schalen angeboten, was die Gruppe aber dankend ablehnte. Die Kritik nahm der Kellner den Gästen offensichtlich trotzdem übel. Die Quittung dafür kam mit der Rechnung nach dem opulentem Mahl.

Neben Großmutters Nudeln stand auf der Rechnung auch ein "kleiner Penis"

Neben dem Basilikum-Hühnchen, den Koriander-Fischrollen und Großmutters Nudeln fand sich auf dem Ausdruck auch eine Notiz zum "Customer Design", also sozusagen den Kundenbedürfnissen. Statt sachlichen Infos waren unter der Rubrik aber Beleidigungen unter der Gürtellinie aufgelistet. Mit der Beschreibung "Ich bin ein Arschloch" wurde der eine der Männer bedacht, ein anderer der vier mit "Ich habe einen kleinen Penis".

Ein üblicher Scherz im Abrechnungssystem

Die empörten Gäste riefen den Manager, der sich laut den Männern für das Verhalten seines Personals entschuldigte. Die Kellner würden immer wieder im Abrechnungssystem über die Gäste scherzen. Normalerweise würden die Einträge allerdings gelöscht, bevor die Rechnungen ausgedruckt und dem Kunden gebracht werden.

Feuern wollte der Manager seinen Kellner nach dem Vorfall vorerst nicht. Stattdessen schenkte er der Gruppe einen 20-Dollar-Gutschein als Entschädigung für den vermeintlichen Witz.

Vier Menschen verlieren ihren Job

Doch das reichte den Gästen offenbar nicht, um über den Vorfall hinwegzusehen. Nachdem die vier Männer mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gingen, sah sich der Restaurantbesitzer Peter Chang letztendlich doch genötigt, zu handeln.

Vier seiner Angestellten, darunter seine eigene Tochter, musste er entlassen, berichtet die "Washington Post". Ein schmerzhafter Preis für einen Scherz unter Kellnern.

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(lk)