Huffpost Germany

Kölner Kardinal mahnt: "Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken"

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WOELKI
dpa
Drucken
  • Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hielt die Fronleichnamsmesse an einem Flüchtlingsboot
  • Er erinnerte an die vielen Menschen, die unter Lebensgefahr über das Mittelmeer fliehen

An einem sieben Meter langen Flüchtlingsboot, das als Altar diente, hat der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki am Donnerstag die Fronleichnamsmesse gefeiert.

Er erinnerte damit an die Menschen, die unter Lebensgefahr über das Mittelmeer fliehen, und die Tausenden Toten.

"Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken", sagte Woelki in seiner Predigt. Der Gottesdienst fand unter freiem Himmel vor dem Kölner Dom statt.

Flüchtlingsboot als Altar

Das Erzbistum Köln hatte das Holzboot gekauft, das von der Maltesischen Armee vor einigen Jahren bei einem Rettungseinsatz beschlagnahmt worden war.

80 bis 100 Menschen hätten Woelki zufolge in diesem Boot "um ihr Leben gerudert". Sie seien von Libyen aufgebrochen, um vor Krieg und Terror zu fliehen.

Das Boot wird nicht - wie ursprünglich vom Erzbistum Köln angekündigt - im Dom aufgestellt. Es passe nicht durch die Eingangstür, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Zunächst solle es noch einige Tage als Mahnzeichen vor dem Dom stehen.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

Auch auf HuffPost:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Eine Schande für Europa: 10.000 Flüchtlingskinder sind verschwunden - schockierend, was mit ihnen passiert sein soll