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Muslim schreibt offenen Brief an Sänger der Eagles of Death Metal

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  • Ein Überlebender des Bataclan-Attentats rechnet auf Facebook mit Jesse Hughes ab
  • Hughes, Sänger der Band Eagles of Death Metal, hatte mit Verschwörungstheorien gegen Muslime Schlagzeilen gemacht

Über 90 Menschen kamen beim Konzert der Band Eagles of Death Metal bei den Terrorangriffen von Paris im November 2015 ums Leben.

Frontmann Jesse Hughes und seine Band überlebten das Massaker. In zahlreichen Interviews hat der Sänger seither über den Tag gesprochen.

Dabei stellte Hughes allerdings immer kontroversere Thesen auf. In einem Interview mit dem konservativen "Taki's-Magazine" hatte er kürzlich erneut behauptet, eine internationale muslimische Verschwörung stecke hinter den Angriffen.

Verschwörungstheorien gegen Muslime und Mitarbeiter des Bataclan

Passend zum Thema: "Eagles of Death Metal" von zwei französischen Festivals ausgeschlossen

Zudem äußerte er die Vermutung, dass Mitarbeiter des Bataclan mit den Attentätern unter einer Decke gesteckt haben könnten. Es sind Verschwörungstheorien, die eine Ausladung der Band von zwei französischen Festivals zur Folge hatte, auf denen Hughes im Sommer hätte auftreten sollen.

Und auch er distanziert sich nun von seiner einstigen Lieblingsband: Ismael El Iraki war am 13. November im Bataclan. Ein Foto zeigt den jungen Mann mit arabischen Wurzeln in den ersten Reihen des Konzerts.

Nun rechnet er in einem offenen Brief auf Facebook mit Frontsänger Hughes ab. Über 2.000 Menschen haben ihn bereits geteilt. Ismael, der sich selbst als großer Rock’n’Roll-Fan bezeichnet, ist Muslim.

"Ich liebe deine Musik (...) - aber deine Dummheit ist verdammt gefährlich", schreibt er nun an Hughes gerichtet.

"Die muslimische Verschwörung hat wohl vergessen, uns zu warnen"

El Iraki erzählt von seinen arabischen Freunden, die bei dem Konzert umgekommen sind und erklärt zynisch: "Die (muslimische Verschwörung) hat wohl vergessen, uns zu warnen."

Zudem erzählt er von einem muslimischen Bataclan-Mitarbeiter, namens Didi, der laut El Iraki "einer riesigen Anzahl von Menschen das Leben gerettet hat".

Der Mann habe einen der Vorderausgänge geöffnet, als die ersten Schüsse fielen und sei dann selbst wieder in den Konzertsaal zurückgerannt, um eine weitere Tür zu öffnen.

"Wir bluten alle rot, Bruder"

"Du hast verdammt noch mal einen echten, lebendigen Held mit deinen rassistischen, hasserfüllten Kommentaren beleidigt", schreibt El Iraki.

"Du sagst der Islam sei das Problem. Ich sage: Rassismus und die Weigerung, andere Menschen als komplexe, menschliche Wesen wahrzunehmen (unabhängig von Herkunft oder Religion) ist das Problem".

Genau dieselbe Sichtweise hätten auch die Attentäter gehabt, erklärt El Iraki. Muslime und Araber seien genauso vom internationalen Terrorismus betroffen, wie alle anderen. "Wir bluten alle rot, Bruder", schreibt er.

"Beim Rock'n'Roll geht es um Liebe"

"Beim Rock'n'Roll geht es um Liebe, Mann. LIEBE. Schau dich an: Du bist ein Verbreiter von Hass geworden, Bruder", schreibt der junge Mann. "Ich hoffe wirklich, dass du eines Tages siehst, wie falsch dieser Scheiß ist, den du da verbreitetest".


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößern sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

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(ben)