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"Teufelskreis der Angst": Wie Populisten uns Milliarden kosten

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PEGIDA
Wie Populisten uns Milliarden kosten | Ina Fassbender / Reuters
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Es ist nur ein Satz im 146 Seiten dicken neuen Stabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB). Aber er hat es in sich.

Rechtspopulisten gefährden unsere Wirtschaft, steht da.

"Verzögerung der Reformen"

Oder im EZB-Sprech: „Steigende politische Risiken auf nationaler wie supranationalen Ebene sowie die steigende Unterstützung für populistische politische Parteien, die als wenig reformorientiert betrachtet werden, können möglicherweise zu einer Verzögerung der dringend nötigen finanziellen und strukturellen Reformen führen und erneut Druck auf die anfälligeren Staatsanleihen ausüben.“

Theoretisch ist die Sache eigentlich klar.

Die Idee der EU

Die EU fußt auf der Idee, dass sich gemeinsam nicht nur friedlicher leben, sondern auch besser verdienen lässt. Offene Binnengrenzen sollen den Handel einfach und attraktiv machen. Ein einheitlicher Rechtsrahmens soll staatenübergreifende Aktivitäten für Firmen einfacher machen. Wenn Populisten linker wie rechter Couleur gegen die EU pöbeln, kann das schiefgehen.

Dazu kommt, dass Experten auch um die Stabilität einzelner Regierungen fürchten, wenn die Populisten Fortschritte machen. Die Parteienlandschaft fragmentiert sich, wie die Deutsche Bank anmerkt. Carsten Brzeski, Chefökonom der ING-DiBa, sagte der „Welt“: "Zunehmender Populismus führt in erster Instanz dazu, dass die Koalitionsoptionen zwischen den etablierten Parteien geringer werden und so Regierungen von Anfang an größere Kompromisse schließen müssen", sagt Brzeski. Damit würden Regierungswechsel wahrscheinlicher, die Planungsunsicherheit größer.

Rechts und links in Einem

Darüber hinaus verfolgen einige rechtspopulistische Parteien zwar eine rechte gesellschaftliche Vision, sind wirtschaftspolitische eher sozialistisch gepolt, wie die „Süddeutsche Zeitung“ analysiert. Kein Traum für Investoren also.

Soweit zur Theorie. Die "Welt“ hat ein paar Fakten zusammengetragen, die zeigen sollen, was das in der Praxis bedeutet. Auch wenn nicht alle Effekte nur auf den Populismus zurückführbar sind.

Was Populismus kosten kann

Seit Jahresbeginn seien aus europäischen Indexfonds fast 20 Milliarden Dollar abgezogen worden – genau die seien bei Großinvestoren besonders beliebt. Ähnlich sehe es bei europäischen Anleihen aus. Im ganzen Jahr könne der Abfluss mehr als 500 Milliarden Euro betragen.

Dazu hätten im Vergleich zu US-Werten Euro und Dividendenpapiere an Wert verloren.

Steven Barrow, Stratege der Standard Bank, warnte angesichts des Populismus in der "Welt“: "So kann Europa ganz schnell in einen Teufelskreis der Instabilität, Angst und wirtschaftlichen Schwäche geraten.“

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

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Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(lp)