Huffpost Germany

Die Helden von Nenzing: Vier Biker sollen sich dem Amokläufer entgegengestellt haben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
KONZERT
Die Helden von Nenzing: Vier Biker sollen sich dem Amokläufer entgegengestellt haben | dpa
Drucken
  • Vier Männer sollen sich dem Amokläufer im österreichischen Nenzing entgegengestellt haben
  • Der Täter könnte durch den Mut der Männer gestoppt worden sein

Als ein Amokläufer in der Nacht zum Sonntag nach einem Konzert im Nenzing in Vorarlberg um sich schoss, haben vier Männer versucht, Gregor S. zu stoppen. Das berichtet der "Kurier“ online.

"Vier Leute von unserem Club waren die Helden. Sie haben sich ihm entgegengestellt", zitiert die Seite den Obmann des Motorradclubs "The Lords", der das Konzert organisiert hatte.

Einer der Biker soll Gregor S. mit der Taschenlampe entgegengetreten sein und gesagt haben: „Lass die Waffe fallen und verschwinde.“

Gregor S. habe gedroht, den Mann zu erschießen. "Dann musst du mir in die Augen schauen“, soll der Biker gesagt haben. Dann soll sich der 27-jährige Gregor S. selbst umgebracht haben.

30 Schüsse auf dem Konzert des Motorradclubs

Mit dem Nachbau einer Kalaschnikow hatte der Amokläufer laut Polizei 30 Schüsse abgefeuert. Er soll noch ein zweites Magazin bei sich gehabt haben.

Der Mann tötete zwei Konzertbesucher im Alter von 33 und 48 Jahren und verletzte elf weitere. Das Konzert auf dem Gelände eines Motorradclubs hatten rund 150 Menschen besucht.

Täter aus der rechtsextremen Szene

Gregor S. stammte aus der rechtsextremen Szene. Er habe bis 2010 dem Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour“ angehört und sei dem Verfassungsschutz bekannt gewesen, teilten die Behörden am Montag mit. Außerdem sei er zwischen 2005 und 2010 acht Mal rechtskräftig wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung verurteilt worden. Seit 2004 bestand gegen den 27-Jährigen ein Waffenverbot.

Auslöser für die Tat war ein Streit mit seiner Freundin, mit der der 27-Jährige ein 17 Monate altes Kind hat. Während der Schüsse stand die Freundin zunächst unmittelbar neben dem Mann, dann flüchtete sie und informierte die Polizei über die Identität des Täters. Sie sei psychisch sehr mitgenommen, hieß es.

Die mutigen Motorradfahrer sind ihrem Obmann zufolge nun in psychiatrischer Behandlung. Ihnen sei erst jetzt bewusst geworden, was ihnen hätte passieren können. Die Männer hätten erst gedacht, Gregor S. schieße mit Platzpatronen, weil er sie nicht getroffen habe.

Auch auf HuffPost:

Der Junge wurde missbraucht - was die Biker dann vor seinem Haus taten, ist Anarchie

(lk)