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7 Dinge, die Erzieherinnen dir nicht über dein Kind sagen

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KINDERGARTEN
Kind im Kindergarten | Maskot via Getty Images
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Millionen Kinder werden in Deutschland jeden Tag in Kitas und Kindergärten durch Erzieherinnen betreut - häufig vom frühen Morgen bis nachmittags. Jeden Tag vertrauen wir ihnen unsere Kleinen an - wissen jedoch meist recht wenig über das, was Erzieherinnen den ganzen Tag über mit ihnen machen.

Hier sind 7 Dinge, die Erzieherinnen dir nicht über dein Kind sagen:

1. “Ich begleite dein Kind in der wichtigsten Phase seines Lebens.”

Die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend für die Entwicklung eines Kindes. In dieser Zeit entwickelt es Bindungen zu wichtigen Bezugspersonen. Das sind in erster Linie natürlich die Eltern.

Doch viele Kinder verbringen heute einen Großteil des Tages in der Kita oder im Kindergarten. Ihre Erzieherinnen und Erzieher sind daher extrem wichtige Bezugspersonen.

Damit ein Kind eine Bindung aufbauen kann, braucht es häufige Zuwendung und Bedürfnisbefriedigung. Erzieherinnen schaffen das - obwohl sie gleichzeitig auf viele Kinder mit verschiedensten Bedürfnissen eingehen müssen.

“Es ist wichtig zu wissen, wie ein Kind sich entwickelt und was seine Bedürfnisse in den verschiedenen Phasen sind”, sagte Daniela Krauß, Leiterin der Zukunft Kinderkrippe (ZuKi) in München der Huffington Post.

“Den Entwicklungsstand aller Kinder im Blick zu behalten, gehört zu den größten Herausforderungen des Berufs.”

2. “Wenn dein Kind mich braucht, hebe ich es hoch und nehme es auf den Arm - obwohl ich starke Rückenschmerzen habe.”

Fast jede zweite Erzieherin in Deutschland leidet unter Rückenschmerzen, weil sie täglich Kinder hochhebt, Schuhe zubindet, auf kleinen Stühlen sitzt. Trotzdem hören sie nicht einfach auf, für dein Kind da zu sein.

Rückenbeschwerden sind bei Weitem nicht das einzige Problem. Eine Auswertung der TU Dresden kam zu dem Ergebnis, dass Erzieherinnen im Vergleich zu anderen Arbeitnehmerinnen häufiger an Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nacken- und Schulterbeschwerden, sowie Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden leiden.

3. “Ich habe dein Kind heute ermutigt und unterstützt, ich habe ihm geduldig zugehört, ich war liebevoll, tröstend und empathisch.”

“Ich habe oft das Gefühl, dass viele Eltern nicht begreifen, was wir hier ‘nur mal’ acht Stunden am Tag machen”, sagt Daniela Krauß.

Kleinkinder zu betreuen birgt enorme Herausforderungen. Im Kita- und Kindergartenalter entdecken Kinder eine Vielzahl von Gefühlen. Das kann sehr verwirrend für sie sein. Sie brauchen Hilfe, um diese neuen Emotionen einzuordnen. Auch diese Arbeit leisten Erzieherinnen jeden Tag.

Und die Art und Weise, wie sie mit unseren Kindern in dieser heiklen Lebensphase umgehen, wird ihr späteres Leben beeinflussen.

4. “Ich habe mir heute die Zeit genommen, ganz individuell auf dein Kind einzugehen”

Erzieherinnen haben eine große Gruppe von Kindern im Griff. Gleichzeitig müssen sie aber individuell auf jedes einzelne Kind und seine Bedürfnisse eingehen.

Während sie ihre Schützlinge betreuen, sehen sie nicht nur spielende Kinder. Sie sehen Abläufe, Entwicklungen, Kommunikation zwischen den Kindern, Beziehungen, die aufgebaut werden.

Und am Ende des Tages sind sie in der Lage, dir zu erzählen, welche Entwicklungsschritte dein Kind heute gemacht hat.

5. “Ich habe dir dein Kind nicht einfach nur abgenommen - ich habe es erzogen”

Wenn es um Erzieherinnen geht, vergessen viele Menschen schnell, dass das, was sie den ganzen Tag tun, viel mehr ist als spielen, basteln und singen.

Erzieherinnen sind Fachleute für die Früherziehung von Kindern. Ihre Ausbildung dauert insgesamt fünf Jahre. Dazu gehören mehrere Stationen, unter anderem Vorlesungen an einer Fachakademie für Sozialpädagogik, Praktika und ein Anerkennungsjahr. Außerdem muss eine Facharbeit eingereicht und Abschlusskolloquium bestanden werden.

“Es wäre schön, wenn mehr Eltern verstehen würden, dass das, was wir an ihren Kindern leisten, auch ihnen etwas bringt - ergänzend zu ihrer eigenen Erziehung”, sagt Krauß.

6. “Es gibt Tage, an denen dein Kind mich an meine Grenzen bringt”

Kleine Kinder sind anstrengend. Und es gibt Tage, an denen sie noch anstrengender sind. “Die Arbeitsbelastung, insbesondere der Lärmpegel und die körperliche Belastung sind eine Herausforderung”, sagt Daniela Krauß.

Etwa ein Fünftel der deutschen Erzieherinnen und Erzieher arbeitet bereits an der Belastungsgrenze. Das gab die Bundesregierung vor einem Jahr auf eine Anfrage der Linken-Bundesfraktion hin bekannt, wie die "Passauer Neue Presse" berichtete.

Demnach gaben 21,6 Prozent der Befragten aus den Bereichen Kindererziehung und Kinderbetreuung an, an der Grenze der Leistungsfähigkeit zu arbeiten. Bei anderen Berufsgruppen liegt dieser Wert im Schnitt bei 16,5 - also deutlich darunter.

7. “Ich mag keine gesellschaftliche Anerkennung genießen - aber die Kinder sind meine Leidenschaft”

Trotz der großen Belastung, der aufwendigen Ausbildung und der großen Bedeutung ihrer Arbeit, werden Erzieherinnen schlecht bezahlt und genießen vergleichbar wenig Anerkennung in der Gesellschaft.

Warum also tun Erzieherinnen sich das an? Aus Leidenschaft: “Wenn es ums Gehalt geht, dürfte ich den Job eigentlich nicht machen”, sagt Krauß.

Die Liebe der Kinder ist für Erzieherinnen der größte Lohn.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

Wenn du eine Tochter hast, nimm dir drei Minuten Zeit, um dieses Video zu sehen

(lk)