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Concorso d'Eleganza: Das Oldtimer-Event der Superlative

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Aus Kalifornien angereist: Ehepaar Smith an ihrem Rolls-Royce Silver Cloud Cabriolet von 1958

Eine passendere Kulisse für die Präsentation historischer Autos als das Nobelhotel Villa d'Este am Comer See dürfte weltweit nur schwer zu finden sein. Smaragdgrünes Wasser, perfekt gepflegter Rasen, bunte Blumenbeete, alter Baumbestand, geharkte Kieswege und großartige Villen aus Belle-Époque-Zeiten. "Jedes Mal, wenn ich hier bin, kann ich kaum glauben, dass dies alles real ist", sagt einer der 52 Teilnehmer, die in diesem Jahr ihre Kostbarkeiten zeigen, beziehungsweise zeigen dürfen.

Der sogenannte Concorso d'Eleganza im Garten des Luxushotels im kleinen Ort Cernobbio am Comer See in Italien ist eine hochexklusive Veranstaltung, ein Oldtimer-Event der Superlative. Alljährlich im Mai trifft sich eine illustre Schar von Gleichgesinnten und plaudert bei Schampus und Schrimps über Restaurierung und Originalität.

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Auch so manche Vorbesitzer der Autos sind illuster. Filmstars wie Steve McQueen und Marcello Mastroianni als Erstkäufer im Fahrzeugbrief zu haben, dürfte dem Wert der Oldtimer sicher nicht abträglich sein. Beide fuhren in den 60er Jahren Ferrari. Queen einen 275 GTB/4 von 1967, Mastroianni einen 330 GT aus dem Jahre 1966, eines der schönsten Fahrzeuge aus Maranello überhaupt und absolut zeitlos.

Das Sammeln historischer Autos hat sich im Laufe der vergangenen Jahre als äußerst gutes Investment erwiesen. Das spiegeln die weltweit wichtigsten Auktionen für Oldtimer wider. Aus zwei werden drei, aus fünf werden acht und aus zehn schnell auch 15 Millionen Euro, abhängig vom Zustand, dem Design, der Marke und den damals produzierten Stückzahlen.

Manche der gezeigten Kostbarkeiten sind in wenigen Einheiten in Handarbeit entstanden. Und wenig heißt wenig. Manchmal sind es tatsächlich nur eine Handvoll Autos. Selbst Großserienhersteller wie BMW kommen bisweilen auf Stückzahlen, die heute an einem Tag vom Band rollen. So wurden von dem BMW 503 aus den 50er Jahren nur 273 Stück gebaut. Das zweitürige Coupé, gezeichnet von Albrecht Graf Goertz, war zu seiner Zeit das teuerste deutsche Serienauto, und ist heute ein Vielfaches seines Originalpreises wert.

Weltweite Suche nach automobilen Schätzen

Doch monetäre Tatsachen interessieren die Besitzer nicht wirklich. Geld hat man ohnehin genug, klassische Fahrzeuge dafür meist zu wenig. Und das obwohl bereits eine gut bestückte Sammlung, verteilt auf mehrere Garagen und Hallen, zu Hause steht und die Oldtimer von Fachleuten in Festanstellung gepflegt oder repariert werden.

"Wer einmal sein Objekt der Begierde gefunden und es in jahrelanger Arbeit liebevoll restauriert hat, hängt am Haken und wird süchtig", sagt Jan De Reu aus Belgien, Eigner eines kleinen und wunderschönen Siata Spider von 1954. "Dann beginnt die weltweite Suche nach weiteren Schätzen."

Auf gängigen Internet-Plattformen werden "Infizierte" nicht fündig. Der Markt, ein Multi-Millionen-Dollar-Business, liegt in den Händen von Händlern, Maklern und Sammlern. Die Szene kennt sich untereinander. Fast jeder weiß, welche Autos wo in welchem Besitz sind. Auf einschlägigen Auktionen oder Treffen wie im Garten der Villa d'Este sieht man sich und tauscht Tipps und Erfahrungen aus.

Den Concorso d'Eleganza gibt es seit 1929

Bereits seit 1929 richtet das renommierte Luxushotel diese exklusive automobile Veranstaltung aus. Damals allerdings standen Neuwagen zur Ansicht bereit. Seit 2005 ist BMW als offizieller Ausrichter mit von der Partie und zeigt in jedem Jahr eine spezielle Studie oder ein besonderes Concept Car, abhängig von der Modellgeschichte des Unternehmens. In diesem Jahr gilt die Verehrung der 02er-Baureihe aus dem Jahr 1966. Mit ihr entstand der Slogan "Aus Freude am Fahren". Der 02er war kompakt und agil und wurde für BMW ein gigantischer Erfolg.

Wie solch ein Auto heute aussehen könnte, präsentieren die Bayern in Form der BMW 2002 Hommage. Die Studie basiert auf dem M2 und wurde im unteren Karosseriebereich komplett neu eingekleidet. Markant sind nicht nur die gelben Scheinwerfer (beliebt in der Renn-Szene der 60er), sondern auch die Spiegelschrift des Wortes "turbo". Genauso trat auch 1973 der 2002 turbo auf, das erste europäische Serienfahrzeug mit Turbomotor. Die BMW-Leute ernteten damals allerdings nicht nur Beifall für diese optische Provokation: 1973 war das Jahr der ersten Ölkrise.