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Unbegründet: Facebook sperrt Anzeige mit Plus-Size-Model im Bikini

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Model Tess Holliday vermittelt hier eigentlich ein recht positives Körpergefühl

Eine fröhliche Frau im Bikini, die in die Kamera lacht - für Facebook war dieses Foto zunächst ein No-Go. Was war das Problem, etwa Speckröllchen? Die australische Talkshow "Cherchez la Femme" wollte mit dem Werbebild eines Plus-Size-Models eine Anzeige für ein Event zum Thema "Feminismus und Fett" schalten. Das Bild der 30-jährigen Tess Holliday habe jedoch nicht den Gesundheits- und Fitness-Richtlinien von Facebook entsprochen. Mittlerweile hat sich das Unternehmen entschuldigt, seine Beweggründe für das vorige Verbot bleiben jedoch unverständlich.

"Körper in unerwünschter Weise"

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Die erste Erklärung von Facebook veröffentlichte die Gruppe auf ihrem Account: "Das Bild zeigt einen Körper oder Körperteile in unerwünschter Weise." Werbeanzeigen dürften demnach einen Gesundheitszustand oder bestimmtes Körpergewicht nicht als perfekt oder als das Gegenteil abbilden. Das beinhalte zum Beispiel Nahaufnahmen von 'Muffin Tops', bei denen hervorstehendes Fett gezeigt werde oder Menschen in zu engen Klamotten. "Anzeigen wie diese sind nicht erlaubt, weil sich Nutzer durch sie schlecht fühlen", heißt die völlig irrsinnige Begründung. Man empfehle stattdessen jemanden "bei einer relevanten Aktivität zu zeigen, zum Beispiel beim Laufen oder Radfahren". Das Bild dürfe weiterhin das Event bewerben, nicht aber als Anzeige geschaltet werden.

Bei "Cherchez la Femme" versucht man, die unglaubwürdige Abfuhr mit Humor zu nehmen. Auf ihrer Seite postete die Gruppe als Antwort auf Facebooks "kürzlichen 'Ratschlag' an uns" ein Bild einer fülligen Frau beim Radfahren.

Plötzlich doch kein Regelverstoß?

Mittlerweile soll sich Facebook aber entschuldigt haben. Wie "The Guardian" aus einem Statement des sozialen Netzwerks zitiert, würde das Bild nun doch nicht gegen die Vorschriften verstoßen. "Unser Team arbeitet jede Woche Millionen von Werbebilder ab, und in manchen Fällen verbietet es diese fälschlicherweise", heißt es. Die Anzeige würde nun doch geschalten. Facebook wird seit Jahren für seine Richtlinien und ungleichen Standards in Bezug auf seine Anzeigenschaltung kritisiert.