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Schutz bei Atomunfall: NRW kauft Jodtabletten für seine Bürger

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TIHANGE
Schutz bei Atomunfall: NRW kauft Jodtabletten für seine Bürger | Francois Lenoir / Reuters
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Nordrhein-Westfalen kauft Jodtabletten für seine Bürger, um sie die Folgen der Verstrahlung nach einem Atomunfall zu mildern. Das berichtet das Portal „Der Westen“ unter Berufung auf das Innenministerium des Landes.

Obwohl eigentlich der Bund dafür zuständig sei, habe NRW mit der Beschaffung der Jodtabletten begonnen. Sie sollen dann an die Kommunen verteilt werden, damit die Katastrophenschutzbehörden sie im Notfall schnell austeilen können. Auch einige Städte in der Region haben in der Sache bereits Initiative gezeigt.

Ende April hatte Belgien beschlossen, die gesamte Bevölkerung mit Jodtabletten zu versorgen - laut "Der Westen" fühlten sich da offenbar auch viele deutsche Städte in der Region unter Zugzwang.

Strahlenschutzkommission hatte Ausweitung der Schutzzonen empfohlen

Die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK) hatte im Jahr 2014 nach einer Auswertung der Erkenntnisse des Reaktorunfalls von Fukushima empfohlen, den Schutz der Bevölkerung neu zu planen. Unter anderem wurden Schutzzonen ausgeweitet. In der sogenannten Außenzone bis 100 Kilometer vom Kraftwerk entfernt sehen die Pläne eine Versorgung der Bevölkerung mit Jod vor.

Wie Jod helfen soll

Die menschliche Schilddrüse lagert Jod ein. Bei einem Reaktorunfall kann radioaktives Jod austreten. Ist die Schilddrüse schon ausreichend mit Jod gefüllt, sollen die Folgen des Unfalls so vermindert werden. Allerdings warnen Mediziner, Jodtabletten ohne akuten Anlass einzunehmen – das könne dem Körper massiv schaden.

Kritik an Sicherheit belgischer Kraftwerke

Einige Städte in NRW liegen innerhalb des 100-Kilometer-Radius’ um das belgische Atomkraftwerk Tihange, darunter Aachen. Das Kraftwerk ist wegen Sicherheitsmängeln massiv in die Kritik geraten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte Belgien sogar gebeten, zwei Reaktoren bis zur Behebung der Problem herunterzufahren. Belgien hatte sie dennoch am Netz gelassen.

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Belgien wuchs außerdem die Sorge, dass Terroristen auch Atomkraftwerke ins Visier nehmen könnten, nicht nur in Belgien.


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(lp)