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Griechenland soll 10 weitere Milliarden Euro bekommen

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TSIPRAS
Der griechische Premier Alexis Tsipras in Istanbul | Osman Orsal / Reuters
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  • Die Euro-Finanzminister haben ein weiteres Hilfspaket für Griechenland beschlossen
  • Insgesamt soll das Land zehn Milliarden Euro erhalten
  • Auch über eine Schuldenerleichterung für das Land wurde gesprochen

Die Euro-Finanzminister haben sich im Grundsatz auf ein Paket für weitere Griechenland-Hilfen verständigt. Das berichteten Diplomaten am frühen Mittwochmorgen in Brüssel nach rund elfstündigen Marathonverhandlungen.

Laut Entwurf für die Einigung soll das verschuldete Griechenland aus dem Euro-Rettungsschirm ESM eine neue Auszahlung von 10,3 Milliarden Euro erhalten. Damit werde die drohende Gefahr einer Staatspleite im Sommer abgewendet.

Beratungen über elf Stunden

"Wir haben jetzt eine globale Übereinkunft, die den Weg zu einer signifikanten Auszahlung von sehr notwendigen Förderungen und wichtigen Maßnahmen zu Schuldenerleichterungen öffnet", was stufenweise eingeführt werde, sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici am Mittwochmorgen nach der Einigung. Seit Dienstagnachmittag hatten die Euro-Finanzminister insgesamt elf Stunden lang über ihre Entscheidung beraten.

Angesichts der Meinungsverschiedenheiten zwischen Athen und seinen Gläubigern in den vergangenen Jahren ist die Einigung ein großer Schritt vorwärts.

"Starke Botschaft für Griechenland"

Es sei nun möglich, dass Vertrauen zurückkehre, das für eine wirtschaftliche Gesundung in Griechenland notwendig sei, sagte Moscovici. EU-Ratspräsident Donald Tusk sprach auf Twitter von "einer starken Botschaft der Stabilität für Griechenland, Europa und die globale Wirtschaft".

Kredit nur bei Reformen

Neue Kredite sind an Spar- und Reformmaßnahmen in Athen gekoppelt. Die Links-Rechts-Regierung in Athen hatte in den vergangenen Wochen Rentenkürzungen und eine Einkommensteuererhöhung durch das Parlament gebracht - die Budget-Korrekturen belaufen sich auf insgesamt 5,4 Milliarden Euro.

Es gibt zudem ein Paket "auf Vorrat", das beim Verfehlen von Budgetzielen in die Tat umgesetzt wird. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hatte die Spar- und Reformanstrengungen Athen ausdrücklich gelobt.

Bei den geplanten Schuldenerleichterungen für das krisengeplagte Land gab es ebenfalls Fortschritt. Details wurden zunächst nicht bekannt. In der Nacht gab es in der Eurogruppe zähe Verhandlungen, um Meinungsverschiedenheiten mit dem Internationalen Währungsfonds IWF zu überbrücken.

Mit Material der dpa und der AP

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(sk)